Duisburg: Ausstellung im Theaterschiff "Naumon"

Duisburg : Ausstellung im Theaterschiff "Naumon"

Die Akzente und zugleich die Duisburger "Local Hero"-Woche werden am 21. Mai von der spanisch-katalanischen Theatergruppe "La Fura dels Baus" eröffnet. Auf der Mercatorinsel in Ruhrort, die ganz neu gestaltet werden soll, zeigt die Truppe auf dem Theaterschiff "Naumon" ein Spektakel, das als Hommage an Richard Wagner und Gerhard Mercator gedacht ist. Gerechnet wird mit Tausenden Zuschauern, die vor dem Schiff die von 80 Schauspielern, Tänzern, Trapezkünstlern und Musikern gestaltete Performance mit dem Titel "Global Rheingold" bestaunen werden (die RP berichtete).

Einmalige Möglichkeit

Nun besteht die einmalige Möglichkeit, die "Naumon" selber zu betreten. Das etwa 60 Meter lange Theaterschiff liegt seit einigen Monaten im Duisburger Hafen vor Anker. Die Ruhezeit wollte der Chef und Regisseur der Theatergruppe, Carlus Padrissas, nutzen: Und so lud er Kunststudenten und Künstler ein, auf der "Naumon" für einige Monate zu leben und jene Ausstellung vorzubereiten, die ab heute, 17 Uhr, von jedermann besichtigt werden kann. Insgesamt beteiligen sich 17 junge Künstler aus unterschiedlichen Sparten an der "Naumon"-Ausstellung: Medienkünstler, Bildhauer, Maler, Designer und Theaterwissenschaftler. Die meisten kommen von der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe. Mona el Gammal, die auch schon als Regieassistentin für die "La Fura dels Baus"-Truppe gearbeitet hat, hält die Fäden dabei zusammen. Die junge Künstlergruppe habe viele Stunden über Gott und die Welt diskutiert, um die Ausstellung zu verwirklichen, berichtete sie gestern.

Die Besucher werden über und durch das geheimnisvoll, allerdings schwach illuminierte Schiff geführt. Verschiedene Projektionen spiegeln die Geschichte des Schiffes im Besonderen und die der jüngsten Vergangenheit im Allgemeinen wider. Im großen Bauch der "Naumon" findet sich als Blickfang eine Schaukel-Installation, die man auch nutzen kann, wobei man auf die Mitschaukelnden achten muss, um nicht mit ihnen zu kollidieren. Hier wird auch der Titel der ungewöhnlichen Schau bzw. Installation, "Ein schaukelndes Stück Raum", übrigens ein Foucault-Zitat, besonders gut erlebbar.

Gestern gelangten wir nur über eine Strickleiter ins Schiff, heute soll eine richtige Schiffsbrücke aufgestellt werden. Die Besucher müssen über eine gewisse Trittsicherheit, warme Kleidung und nicht zuletzt Neugier verfügen. Die Neugier kann sich auch auf das Kennenlernen des Schiffes beziehen, das 1965 als Küstenmotorboot in Nowegen vom Stapel lief und eine Zeitlang als Eisbrecher genutzt wurde.

Die Naumon liegt in der Nähe des Pegels Ruhrort an der Rheinpromenade (ca. 200 Meter von der Oscar Huber entfernt). Die Ausstellung ist heute, am 16. und 17. Januar sowie am 21., 22. und 23. Januar, jeweils von 17 bis 20 Uhr, geöffnet.

Der Eintritt kostet fünf, ermäßigt drei Euro.

(RP)
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