Duisburg: Aussicht auf viele Baukräne

Duisburg : Aussicht auf viele Baukräne

Duisburg wird wie in den vergangenen beiden Jahren auch 2012 wieder überregionales Interesse auf sich ziehen. Imagefördernd wird das nicht immer sein.

Am 12. Februar, irgendwann nach 18 Uhr, wird bekannt werden, ob die Duisburger dafür gestimmt haben, dass OB Sauerland sein Amt niederlegen muss. Unabhängig vom Ergebnis wird an diesem Tag schon allein wegen der Erstmaligkeit dieses Vorgangs ganz Deutschland auf die Stadt blicken.

Und danach? Wird Sauerland abgewählt, gehen die Duisburger spätestens ein halbes Jahr später wieder zur Abstimmung und müssen dann einen neuen Oberbürgermeister wählen, ohne am 12. Februar schon zu wissen, welche personellen Alternativen es geben wird. Bleibt Sauerland aber im Amt, werden die Diskussionen um ihn und sein Handeln nicht von heute auf morgen verstummen.

Es ist davon auszugehen, dass die Staatsanwaltschaft wegen der Loveparade-Katastrophe in den nächsten zwölf Monaten Anklage erhebt. Bislang ermittelt sie noch. Einige der Beschuldigten werden möglicherweise schon bald von der Liste "gestrichen". Denkbar auch, dass noch andere an den Planungen und der Durchführung Beteiligte ins Visier der Ermittler geraten.

Den Landtag, aber auch die zuständigen Gerichte, wird in 2012 erneut das Thema Landesarchiv beschäftigen. Wegen der erheblichen Kostensteigerung wird hier bereits ermittelt — auch gegen OB Sauerland (der Projektentwickler Kölbl Kruse, der das Speichergebäude an den Landesbaubetrieb verkauft hat, hat bekanntlich an die Duisburger CDU gespendet).

Stadtfenster kommt

Während bei all diesen Themen, bei denen der OB "mitspielt", das überregionale Interesse groß ist, werden andere Schlagzeilen wohl nur in Duisburg die Runde machen. Zum Beispiel der Abriss des alten Boeckerhauses, auf dessen Boden das "Stadtfenster" gebaut wird. In den nächsten Wochen werden hier die Bagger anrollen, damit die Stadtbibliothek in 2013 dort einziehen kann.

Baufahrzeuge werden in den kommenden Monaten auch auf der Bahnhofsplatte zu sehen sein. Die Arbeiten sind ausgeschrieben. Bis zum Jahresende wird auf dem "Deckel" der A 59 vor dem Hauptbahnhof eine landschaftlich attraktive Fläche entstehen.

Am Rand zur Mercatorstraße sind zudem Bürohäuser des Stadtfenster-Investors Multi Development geplant, der dort seinen Sitz haben wird. In Höhe des Hauptbahnhofes soll zudem ein Hotel der Steigenberger-Gruppe gebaut werden. Ob dafür aber in diesem Jahr schon ein Stein bewegt wird, bleibt abzuwarten.

Baukräne sollen sich in 2012 in der Innenstadt zudem auf dem freien Gelände an der Steinschen Gasse drehen (Ärztehaus, Büros und Wohnungen) sowie auf dem an den Hauptbahnhof angrenzenden Grundstück von Projektentwickler Aurelis. Entlang der Schienen sind Parkhäuser geplant, zur Straße hin Büros.

Neue Möbelhäuser

Gut zu sehen sind die ersten Arbeiten auf dem Güterbahnhofsgelände. Eines der alten Gebäude wird gerade abgerissen. Um hier Platz für die Höffner-Möbel-Welt zu schaffen, müssen allerdings auch die anderen Bauwerke noch "platt gemacht" werden. Bekanntlich will Höffner-Inhaber Krieger hier ganz groß an den Start gehen.

Eine eigene Autobahnabfahrt soll künftig auf das Gelände führen, auf dem neben Möbelgeschäften auch noch Büroimmobilien entstehen sollen. IHK und Einzelhandelsverband sehen das kritisch und wollen das Projekt in dieser Form ausbremsen.

Gegen den Mitbewerber Ostermann haben sie nichts. Er will auf dem ehemaligen Zeus-Grundstück oberhalb der A 59 zwischen Mittelmeiderich und Hamborn ein Möbelhaus bauen, möglichst schon in diesem Jahr.

Davon können die Investoren für das Factory Outlet Center zwischen Hamborn und Marxloh derweil nur träumen. Ähnlich wie im niederländischen Roermond wird hier (erst ab 2013) eine Einkaufsstadt für Designerwaren entstehen, vorausgesetzt alle planerischen Voraussetzungen sind erfüllt.

Fleißig sparen

Die Politik wird sich mit Duisburgs geänderter Schuldenlage auseinandersetzen. Dank der Landeshilfe sind zwar die Beträge, die eingespart werden müssen, erst einmal geschrumpft. Aber die Stadt muss für die kommenden fünf Jahre einen verbindlichen Sparplan vorlegen.

Er wird voraussichtlich im Mai/Juni von den politischen Gremien beschlossen. Auf der Grundlage von Verwaltungsvorschlägen werden die Ratsfraktionen bis dahin ihr Vorgehen und ihre eigenen Ideen beraten.

(RP)
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