Auslandsgeschäft wird für Unternehmen im Ruhrgebiet zum Sorgenkind

Konjunkturumfrage: Auslandsgeschäft wird fürs Ruhrgebiet zum Sorgenkind

Der Unternehmerverband hat seine aktuelle Konjukturumfrage vorgestellt. Der Aufschwung schwächt sich demnach ab. Gute Prognosen gibt es für den Arbeitsmarkt.

Die wirtschaftliche Lage ist anhaltend gut und robust, die Wachstumsdynamik lässt aber ebenso nach wie die Stimmung verhaltener wird – so starten die Unternehmen an Rhein und Ruhr in das neue Jahr. Das zeigen die Ergebnisse der aktuellen Konjunktur-Umfrage des Unternehmerverbandes. Dazu befragte die Arbeitgeberorganisation seine Mitglieder, insgesamt gaben 420 Unternehmer Auskunft über Geschäfte, Aufträge, Erträge und Umsätze. „Alle Parameter zeigen, dass es den meisten Unternehmen gut geht. Doch der Aufschwung schwächt sich ab. Umso wichtiger ist es, dass der Standort Deutschland wettbewerbsfähig bleibt. Gerade im Ruhrgebiet besteht kein Anlass zur Selbstzufriedenheit“, sagt der Vorstandsvorsitzende des Unternehmerverbands, Dr. Marcus Korthäuer.

Fast drei Viertel der Befragten gab zwar bei den wichtigsten Konjunktur-Parametern Positivmeldungen ab, aber nahezu alle Werte haben sich im Vorjahresvergleich verschlechtert. Im Detail sind das Rückgänge für das Inlandsgeschäft (-14 %), Auslandsaufträge (-23 %), Umsätze (-13 %), Auslandsinvestitionen (-26 %) und bei den Ertragsprognosen (-12 %). Vor allem das lahmende Auslandsgeschäft bereitet den hiesigen Arbeitgebern Sorgen. „Dies verwundert nicht – angesichts drohender Handelskonflikte, dem bevorstehenden Brexit und fortdauernder Schuldenkrisen in einigen Ländern“, sagt Korthäuer. Sowohl im Ausland als auch im Inland planen die meisten Unternehmen, weniger zu investieren. „Diese anhaltende Investitionsschwäche, die im Ruhrgebiet besonders ausgeprägt ist, belastet die Konjunktur sehr“, mahnt Korthäuer. Deswegen müssten die Investitionsbedingungen am Standort Ruhrgebiet deutlich verbessert werden. Er setzt dabei vor allem auf die neue Ruhr-Konferenz.

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Davon erwarten sich die Unternehmer entscheidende Impulse für die Städte Duisburg, Mülheim an der Ruhr und Oberhausen. Neben Investitionen in die Infrastruktur und in flächendeckendes schnelles Internet steht dabei das Thema Innovation an vorderster Stelle. Grundlage für den Erfolg der Ruhr-Konferenz sei aber ein Neustart bei den Kommunalfinanzen. „Die Verschuldung der Städte und die bundesweit höchsten Steuer- und Abgabesätze liegen wie Mehltau über unserem Wirtschaftsstandort“, sagt Korthäuer.

Erfreuliche Werte liefert die Konjunkturumfrage bei den Prognosen für den Arbeitsmarkt. „Bewerber, besonders Jugendliche für eine Ausbildung, haben weiterhin beste Aussichten auf einen sicheren Job“, sagt Korthäuer. Ein Problem bleibt der Mangel an Fachkräften. Gerade für naturwissenschaftliche und technische Berufe werde händeringend Nachwuchs gesucht. Der Hauptgeschäftsführer des Unternehmerverbandes, Wolfgang Schmitz, ergänzt deshalb: „Gerade die duale Ausbildung bietet ungeheure Chancen für junge Leute. Eine berufliche Ausbildung kann zudem eine exzellente Ausgangsbasis sein für weitere Qualifikationen, wie zum Beispiel ein Studium.“

(dab)
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