Duisburg: Ausgezeichnete Arbeit im Rheinhauser Regenbogenhaus

Duisburg: Ausgezeichnete Arbeit im Rheinhauser Regenbogenhaus

Die Bundesregierung zeichnet das Stadtteilzentrum an der Rheinhauser Beethovenstraße aus. Viele Kinder haben sonst keine andere Möglichkeit, erste Schritte in der für sie fremden Sprache zu machen.

Ausgezeichnete Arbeit im Regenbogenhaus: Das Bündnis für Demokratie und Toleranz gegen Extremismus und Gewalt (bfdt) der Bundesregierung hat die Arbeit des Stadtteilzentrums an der Rheinhauser Beethovenstraße als vorbildlich eingestuft. Den mit einer Fördersumme von 1000 Euro verbundenen Preis bekommt die Einrichtung der Grafschafter Diakonie im Rahmen des Wettbewerbs "Aktiv für Demokratie und Toleranz 2017" für das Projekt "Deutsch und mehr".

"Wir freuen uns über die Auszeichnung und dass wir den Vorbereitungskurs dank unserer Ehrenamtlichen anbieten können", sagte Felicitas Hagemeier, die als Leiterin der beiden Diakoniedienststellen der Grafschafter Diakonie im Duisburger Westen für die Flüchtlingsarbeit verantwortlich ist. Der Kursus fülle eine Lücke für diese Zielgruppe und unterstütze die frühe und schnelle Integration der Flüchtlingskinder und ihrer Familien.

Den Vorbereitungskursus auf die Schule für Flüchtlingskinder von sechs bis 14 Jahren bietet das Regenbogenhaus seit 2016 an. Begleitet von Fachkräften der Grafschafter Diakonie leiten ihn ehrenamtlich engagierte Rheinhauserinnen und Rheinhauser.

"Deutsch und mehr" richtet sich an Flüchtlingskinder im schulpflichtigen Alter, die noch keine Schulzuweisung erhalten haben und die mit ihren Eltern in der Traglufthalle oder in Wohnungen in den umliegenden Straßen untergekommen sind.

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"Diese Kinder haben sonst keine andere Möglichkeit, erste Schritte in der für sie fremden Sprache zu machen und etwas über die Spielregeln des Lebens im neuen Land zu lernen", erklärt Alina Morbitzer, die in der Rheinhauser Flüchtlingshilfe für die Begleitung der Arbeit der ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer zuständig ist.

Entsprechend voll wird es jeden Dienstag- und Donnerstagvormittag von 9 bis 11 Uhr in dem Kursraum mit den kleinen Schulbänken im Erdgeschoss des Regenbogenhauses. "Alle sind mit Feuereifer bei der Sache", schildert Alina Morbitzer die Erfahrungen. Obst, Gemüse, Wochentage, Körperteile, Jahreszeiten, Verben und Präpositionen: Mit Spiel, Spaß und selbst angefertigtem Schulmaterial machen sich die jungen Leute die fremde Sprache Wort für Wort zu Eigen. Mit den ehrenamtlichen Kursleitern Ilona Blonski, Bobby Kaczor und Birgitt Huppertz trainieren sie mit Liedern, Bild- und Memorykarten Aussprache und Sprechvermögen. Sie lernen, wie man sich mit der Hand meldet, wenn man etwas sagen möchte oder dass man während des Unterrichts ruhig am eigenen Platz sitzt.

"Die Kinder sind sehr wissbegierig, fragen nach Hausaufgaben und erledigen diese mit Begeisterung", weiß Alina Morbitzer.

(RPN)
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