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Duisburg: Aus Frust und Langeweile gezündelt

Duisburg : Aus Frust und Langeweile gezündelt

Wegen Brandstiftung und schwerer Brandstiftung müssen sich seit Donnerstag zwei 16 und 20 Jahre alte Duisburger vor der Jugendkammer des Duisburger Landgerichts verantworten.

Im Oktober und November vergangenen Jahres sollen sie drei Autos und eine Altpapiertonne in Brand gesetzt haben. In einem Fall hatte das Feuer auf die Kunststoffregenrinne eines Einfamilienhauses übergegriffen.

Vor Gericht legten beide Angeklagten gestern ein Geständnis ab. Sie gaben an, immer gemeinsam zu den Tatorten gegangen zu sein. Wer von ihnen jeweils gezündelt hatte, darüber wurden sie sich allerdings nicht einig. Beide versuchten, sich gegenseitig die Schuld in die Schuhe zu schieben. Es geschah aus Frust, aus Langeweile, oder weil man "Action haben wollte", gaben die beiden als Motiv für die Taten an. Im Oktober 2012 hatten sie einen Ford auf der Römerstraße in Brand gesetzt. Das geschah aus Rache, weil der Freund der Fahrerin dem 16-Jährigen Prügel angedroht hatte, sagten die Angeklagten.

In einem weiteren Fall habe man sich darüber geärgert, dass ein Auto an einer Stelle stand, wo es nicht hätte stehen dürfen. Im November hatte man einen jungen Mann einschüchtern wollen, weil der den Jüngeren bedrohte und beleidigte. Deshalb habe man die vor seinem Elternhaus stehende Papiertonne in Brand gesetzt. Die Angeklagten nahmen zumindest billigend in Kauf, dass das Feuer auf das Haus übergreift, sagt die Anklage. Dass es auch für Menschen gefährlich werden kann, wusste der 16-Jährige ganz genau, hielt ihm der Richter vor. Der Jugendliche war erst im März wegen einer ganzen Serie von Brandstiftungen zu eineinhalb Jahren Jugendhaft auf Bewährung verurteilt worden. In einem Fall, beim Anzünden eines Sperrmüllhaufens, war das Feuer außer Kontrolle geraten und hatte Schaufenster eines Drogeriemarktes zerstört. Der Schaden lag im fünfstelligen Bereich. Die Bewährung wurde inzwischen widerrufen. Der 16-Jährige muss sich darüber hinaus für eine Reihe weiterer Taten verantworten, unter anderem Betrug und Körperverletzung. Zurzeit befinden sich beide Angeklagte in Haft.

(BL)