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Duisburg: Audi soll in Wanheim Ende Juli starten

Duisburg : Audi soll in Wanheim Ende Juli starten

Im Spätsommer soll das Audi-Logistikzentrum auf Logport II den Betrieb aufnehmen. Hafen-Chef Staake ist verärgert über städtische Begehrlichkeiten.

Wenn im Spätsommer 2013 die Komponenten für die Audi-Modelle A4, A6, Q3, Q5, und Q7 verpackt und in Container auf die Reise in die Autowerke in China, Indien und Mexiko geschickt werden, dann sollen hier möglicherweise auch etliche ehemalige "Opelaner" beschäftigt sein. Darauf wies Duisburgs Hafen-Chef Erich Staake gestern bei der Bilanz-Pressekonferenz von duisport hin. Rund 500 neue Jobs sollen hier entstehen.

Gestern Abend trafen sich Vertreter des Hafens mit Verantwortlichen des Bürgervereins Wanheim, um die erwarteten Verkehrsprobleme zu sprechen. Wie berichtet geht der Hafen von rund 120 Lkw aus, die im Schnitt täglich durch Wanheim fahren werden. Der Abtransport zu den Seehäfen in Containern soll dann ausschließlich per Schiff und Bahn erfolgen. "Eine Arbeitsgruppe trifft sich jeden Monat zu diesem Thema.

Dabei wird unter anderem auch überlegt, die Lieferung von Automobilkomponenten aus den Audi-Produktionsstätten in Neckarsulm und Ingolstadt zu bündeln, um das Lkw-Aufkommen so gering wie möglich zu halten. "Ganz wird sich das aber nicht vermeiden lassen. Ein Teil der Autokomponenten wird von kleineren Mittelständlern angeliefert", so Staake. Er verwies auf die Investition von rund 25 Millionen Euro für die Anlage, die der Logistiker Schnellecke im Auftrag von Audi betrieben wird. Ein Teil wurde auch für die verbesserte Anfahrt über die Richard-Seiffert-Straße investiert. Dass der Hafen schon jetzt für den Schwerverkehr in diesem Bereich verantwortlich gemacht wird, kann man bei duisport nicht nachvollziehen.

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Für die Verkehrslenkung in Duisburg sei die Stadt verantwortlich, so Staake. Trotz des harten Winters soll der erste Bauabschnitt des Logistikzentrums Ende Juli fertig sein, der zweite dann Ende September.

Die Entwicklung auf Logport II ist einer der Garanten dafür, dass sich die Erfolgsgeschichte des Duisburger Hafens auch in diesem Jahr fortsetzen wird. Das Ergebnis vor Ertragssteuern verbesserte sich 2012 mit 12,1 Millionen Euro um 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr — nicht zuletzt dank des ungebrochenen Container-Booms. Dagegen brach der Umschlag von Kohle und Erz regelrecht ein. Dies kennzeichnete auch die Entwicklung in den Werkshäfen. Die Krise in der Stahlproduktion und die Energiewende mit einer Abkehr von Kohlekraftwerken sind dafür der Hauptgrund. Diese Entwicklung werde sich auch in diesem Jahr fortsetzen, so Staake.

Der Umsatz von rund 160 Millionen Euro soll in diesem Jahr noch einmal gesteigert werden. 170 bis 175 Millionen Euro werden angepeilt. Das weckt Begehrlichkeiten. Dass im städtischen Haushalt zwei Millionen Euro an Gewinnabführung des Hafens angeführt werden, verärgert den duisport-Vorstand. "Das ist ungehörig", so Staake wörtlich. So etwas könne man nicht beschließen, ohne die Gesellschafter und den Aufsichtsrat einzubinden und mit dem Vorstand darüber zu reden. Zuletzt wurden vom Netto-Gewinn in Höhe von 7,5 Millionen Euro insgesamt drei Millionen Euro an Dividende ausgeschüttet: jeweils eine Million für die drei Anteilseigner Stadt, Land und Bund.

(RP/rl)