Duisburg: Auch der Hauptsponsor ist zufrieden

Duisburg: Auch der Hauptsponsor ist zufrieden

Gestern wurde Bilanz gezogen: Das Stadtwerke-Sommerkino war in diesem Jahr zu 95 Prozent ausgelastet und hatte damit trotz Fußball-Weltmeisterschaft das zweitbeste Ergebnis seiner 18-jährigen Geschichte. Einmal klemmte das Dach.

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel, sagte einst Sepp Herberger. Sinngemäß gilt das auch für das Stadtwerke-Sommerkino. Gestern zogen Kai Gottlob (Filmforum) und Ralf Winkels (Landschaftspark) Bilanz. Bereits am 10. September treffen sie sich erneut, um über das Sommerkino 2015 zu sprechen, das vom 15. Juli bis zum 23. August stattfinden wird.

Der emotionalste Moment: Die Helden der Vizemeister-Mannschaft des MSV von 1964 auf der Bühne im Landschaftspark, 50 Jahre später. Foto: nn

Der Rekord des vergangenen Jahres, bei der am Schluss eine Auslastung von 96,7 Prozent ausgewiesen wurde, konnte in diesem Jahr nicht ganz erreicht werden. Aber mit einer Auslastung von 95 Prozent erzielte das Sommerkino in der Gießhalle des Landschaftsparks das zweitbeste Ergebnis in seiner 18-jährigen Geschichte. Vermutlich wäre das Rekordergebnis des vergangenen Jahres auch diesmal erreicht worden, wenn es keine Fußballweltmeisterschaft gegeben hätte. So kamen beim Endspiel nur 450 Besucher in die Gießhalle, in der 1070 Menschen Platz finden. Das war der absolute Minusrekord.

Einen positiven Rekord gibt es aber auch zu vermelden: Sieben Stunden, nachdem der online-Vorverkauf geschaltet worden war, war der erste Film, nämlich "Meidericher Vizemeister", schon ausverkauft. Der Abend mit den ehemaligen MSV-Spielern, die von den Besuchern mit standing ovations geehrt wurden, war für Kai Gottlob, der emotionalste in der Geschichte des Sommerkinos überhaupt.

Ein Highlight war in diesem Jahr das Filmkonzert der Duisburger Philharmoniker, die in einer Besetzung von 60 Musikern live zu Chaplins Meisterwerk "Lichter der Großstadt" spielten. In diesem Zusammenhang wies Kai Gottlob darauf hin, dass auch bei kaum noch zu steigernden Kartenverkäufen ein Sommerkino ohne Sponsoren in dieser Qualität nicht zu realisieren wäre. Allein die Beschaffung des Notenmaterials und die Sicherung der Rechte, die Musik öffentlich zu spielen, kosteten rund 15 000 Euro. Das Sommerkino ist eine teure Sache. Die Technik muss angeschafft, gepflegt und rund um die Uhr bewacht werden. Jeden Abend waren für Kino und Gastronomie 42 Menschen im Einsatz. Hinzu kommen die Teams für den Auf- und Abbau.

Seit 2003 sind die Stadtwerke Sponsor beim Sommerkino, seit 2007 sogar Hauptsponsor. In diesem Jahr lief der Vertrag aus. Anamaria Preuss, Sprecherin der Stadtwerke, konnte gestern zwar noch nicht endgültig grünes Licht geben, doch sagte sie: "Wir blicken optimistisch in die Zukunft." Es seien nur noch Details zu klären. Spätestens bis Oktober ist mit einer Entscheidung zu rechnen. Offenbar zweifelt niemand daran, dass die Stadtwerke weiterhin Sponsor bleiben werden.

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35 000 der 40 402 Tickets wurden online gekauft. Deshalb weiß man ziemlich genau, woher die Besucher kommen. Danach stammen 58 Prozent der Kinogänger aus Duisburg; der Rest kommt aus benachbarten Ruhrgebietsstädten und vom Niederrhein, wobei Moers mit 6,6 Prozent den größten Anteil von Besuchern außerhalb Duisburgs stellt.

Auch die Gastronomen seien zufrieden gewesen, sagte Ralf Winkels. Das Ambiente werde von Jahr zu Jahr attraktiver, und die Besucher kämen immer früher in den Landschaftspark. Bei gutem Wetter sei es schon um 19 Uhr auf dem Platz rappelvoll gewesen, obwohl das Kinoprogramm erst bei Einbruch der Dunkelheit, also zwei bis drei Stunden später, gestartet wurde. Und so mancher, der keine Kinokarte mehr ergattern konnte, habe sich mit dem gastronomischen Angebot getröstet.

An einem Abend wurden übrigens Regencapes an die Besucher verteilt. Der Grund: Das mobile Dach klemmte und ließ sich nicht mehr über die Zuschauerränge fahren. Am nächsten Tag wurde das Dach dann in einer zehnstündigen Aktion wieder in Regenschutz-Position gebracht.

Im kommenden Jahr möchte Kai Gottlob die "Klassik"-Schiene beim Programm stärker berücksichtigen. Filme, die zur Industriekulisse passen, sollen mehr als bisher gezeigt werden. Und wenn in zwei Jahren die Fußball-Europameisterschaft mit dem Sommerkino kollidiert, könnte es geschehen, dass in der Gießhalle an Stelle eines Spielfilms ein attraktives Fußballspiel live übertragen wird.

(RP)
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