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Duisburg: Auch auf der Bühne ist "Rain Man" ein Erfolg

Duisburg : Auch auf der Bühne ist "Rain Man" ein Erfolg

Hombergs "bühne aktuell" startet am Wochenende in der neue Spielzeit. Auf dem Programm stand die Theaterversion des Films mit Dustin Hoffman und Tom Cruise.

Mit hervorragenden Schauspielern in einem Stück, das unter die Haut ging, startete Hombergs "bühne aktuell" in die neue Spielzeit 2013/14. Etwa 300 Zuschauer verfolgten, wie der karrierebewusste Geschäftsmann Charlie sich seinem autistischen Bruder annähert, von dessen Existenz er erst nach dem Tod des gemeinsamen Vaters erfahren hatte.

Die Theaterversion des "Rain Man" blieb in seiner Intensität in keiner Szene hinter dem original MGM Spielfilm zurück. Bild um Bild wandelte sich das zunächst grobe Verhältnis von Charlie zu seinem behinderten Bruder Raymond zu einer liebevollen Beziehung. Herausragend authentisch und mitreißend agierte dabei Karl Walter Sprungala als autistischer Raymond "Rain Man" Babbitt. Minutenlang applaudierte das Publikum den beiden Hauptdarstellern Pablo (Charlie) und Karl Walter Sprungala, die auf der Bühne zwar Brüder mimten, im richtigen Leben aber Vater und Sohn sind.

Als Sanford Babbitt verstirbt, zeigt sein Sohn Charlie zunächst keine Regung. Seine Mutter verstarb bereits, als er noch ein Kind war und das Verhältnis zum Vater war zerrüttet, seit Charlie mit 16 verbotenerweise dessen Wagen genommen hatte und dieser ihn prompt als gestohlen meldete. Vier Tage lang ließ der strenge Vater seinen Sohn in der Arrestzelle schmoren, bis er ihn abholte. Ein Umstand, den dieser ihm nie verzieh und der dazu führte, dass Charlie unverzüglich sein Elternhaus in Richtung Los Angeles verließ und den Kontakt abbrach.

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Als diese Erinnerungen Charlie überfluten, kommen auch andere zu Tage: sein Phantasiefreund "Rain Man", der ihn früher beschützt und für ihn gesungen hatte, wenn es ihm schlecht ging. Im Wohnort seines Vaters, Cincinnati, Ohio, angelangt, trifft Charlie fast der Schlag: Das gesamte Erbe von über sieben Millionen Dollar soll einer Stiftung zugunsten eines geheimen, unbekannten Nutznießers fließen und er selbst ist praktisch enterbt. Charlie versucht der Sache auf den Grund zu gehen und begegnet so Raymond, seinem autistischen älteren Bruder, von dessen Existenz er bislang nichts ahnte.

Um vom Vermögensverwalter seine Hälfte des vermeintlich verdienten Erbes zu erpressen, entführt Charlie seinen Bruder aus dem Heim und bricht mit ihm zu einer nervenaufreibenden Autofahrt quer durch die USA von Cincinnati nach Los Angeles auf. Die verrückte Reise des Duos fand in sehr variablen Kulissenteilen, die gedreht und verschoben werden konnten, seine theatralische Entsprechung. Szene um Szene finden die beiden ungleichen Brüder einen Zugang zueinander. Charlies Umgang mit seinem Bruder wandelt sich, als ihm klar wird, dass Raymond sein "Rain Man" ist und dieser Beschützer und Tröster aus der Kindheit damit keineswegs ein Auswuchs seiner Phantasie.

Das Stück schloss mit der Frage eines Psychiaters an Raymond, ob dieser lieber bei seinem Bruder leben oder ins Heim zurück kehren möchte, doch der kranke Bruder ist unfähig, eine derartige Entscheidung zu treffen. Als die Brüder allein im Raum verbleiben, legt Raymond seinen Kopf in einer bis dahin einzigartigen Geste der Zuneigung an Charlies Schulter. Ein liebevolles Schlussbild, das in seiner Zaghaftigkeit den Charakter des Stückes auf intensive Weise auf den Punkt brachte. "Ein gelungener Auftakt", befand deshalb das zufriedene Homberger Publikum.

(bro)