Artenschutz: Ringelnattern in Duisburg ausgewildert

Ringelnattern in Duisburg ausgewildert: Wir beißen nicht

Schlangen in Duisburg ausgesetzt: Ringelnatter soll wieder heimisch werden

Sie werden immer seltener, die Stadt Duisburg und der Zoo wollen etwas dagegen tun. Deswegen sind an der Walsumer Rheinaue jetzt Ringelnattern ausgewildert worden.

Sie sind klein, haben einen dunklen, geschuppten Körper, bewegen sich zischelnd durchs hohe Gras und sind Meister darin, Spaziergänger zu erschrecken: Zoo, Umweltamt und die Biologische Station Westliches Ruhrgebiet haben in der Rheinaue Walsum am Dienstag 25 Ringelnattern ausgewildert.

Bei der Aktion handelt es sich um einen der ersten Schritte eines zumindest für Duisburg bislang beispiellosen Umwelt-Projektes. „Wir sehen uns als Zoo in der Verantwortung, auch etwas für den Schutz der bei uns heimischen Arten zu tun“, erläutert Zoo-Kurator Volker Grün den Hintergrund. „Da Ringelnattern vor allem im städtischen Raum heute nur noch sehr selten zu finden sind, haben wir uns dazu entschieden, ein Wiederansiedelungsprojekt anzugehen und einen Bestand im Naturschutzgebiet Walsum aufzubauen.“ Dazu seien Jungtiere aus einem Schutzgebiet im östlichen Ruhrgebiet entnommen und im Zoo mit viel Sorgfalt und Pflege aufgepäppelt worden. „Die Tiere, die wir heute aussetzen, sind zwischen einem und zwei Jahren alt und finden in der Rheinaue die perfekten Bedingungen vor“, sagt Zoo-Direktor Achim Winkler. „Es gibt hier viel Wasser und viele Beutetiere wie Fische und Amphibien. Wir hoffen, dass sich hier in den kommenden Jahren eine stabile Population entwickeln wird.“

Tiere sind ungefährlich

Das größte Problem bei diesem Vorhaben sehen die Biologen im Faktor Mensch. Denn obwohl die kleinen Schlangen vollkommen ungefährlich sind, werden sie immer wieder von panischen Spaziergängern und ahnungslosen Gartenbesitzern erschlagen. „Die Aufklärung der Bevölkerung wird bei diesem Projekt eine der größten Aufgaben für uns sein“, sagt Volker Grün. „Von Ringelnattern geht absolut keine Gefahr aus. Sie sind scheu, reagieren auf Erschütterungen im Boden und halten sich von Menschen fern.“ Wer trotzdem einem der Tiere begegne, solle die Schlange einfach weiterziehen lassen. „Die haben mehr Angst vor uns als wir vor ihnen.“

Die Wiederansiedlung der Schlangenart in der Rheinaue wird durch ein umfangreiches biologisches Monitoring begleitet. Das heißt, dass es in den kommenden Jahren immer wieder Ortsbegehungen und Schlangenzählungen geben wird. Damit wollen Zoo und Umweltamt überprüfen, ob die Tiere den Erwartungen entsprechend zurechtkommen und sich vermehren. „Darüber hinaus sind weitere Auswilderungen geplant“, sagt Zoodirektor Winkler. „Die nächste allerdings frühestens in einem Jahr. Die neuen Tiere müssen ja erst einmal heranwachsen.“

Bürger können Sichtung melden

Für Umweltdezernent Carsten Tum war die Auswilderung ein „erhebender Moment“. Der Schutz heimischer Arten sei auch der Stadt ein wichtiges Anliegen, sagte er. „Das Umweltamt wird Artenschutzprojekte wie dieses auch in Zukunft mit allen Möglichkeiten unterstützen.“

Um das Monitoring möglichst aussagekräftig gestalten zu können, sind Umweltamt und Zoo auf Hilfe aus der Bevölkerung angewiesen. Duisburger, denen in der Rheinaue Walsum oder der Umgebung eine Ringelnatter begegnet, werden gebeten, die Sichtung entweder per Email an r.kricke@stadt-duisburg.de oder über die Internetseite: www.bswr.de/fauna/reptilien/ringelnatter/index.php zu melden.

(th)