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Duisburg: Arbeitslose brauchen weiter Unterstützung

Duisburg : Arbeitslose brauchen weiter Unterstützung

"Wir konnten das Bewusstsein der Bürger für die Problematik der Arbeitslosigkeit schärfen, aber unsere Kampagne hatte keine verändernde Wirkung", so das Fazit, das Pastor Stephan Kiepe-Fahrenholz, Leiter des Diakonischen Werkes Duisburg, aus der Kampagne "Ich will arbeiten" zog.

Eine tatsächliche Veränderung des Arbeitsmarktes sei auch nicht das vorrangige Ziel der evangelischen Kirche und Diakonie Duisburg gewesen, als sie im März 2011 die Aktion starteten. "Wir wollten versuchen, das Problem ein Jahr im öffentlichen Bewusstsein zu halten und immer wieder die Frage stellen, ob Langzeitarbeitslose weiterhin am öffentlichen Leben teilhaben können", so Kiepe-Fahrenholz. Das sei durch Veranstaltungen wie die Kanzelrede von Guntram Schneider, Arbeitsminister des Landes Nordrhein-Westfalen oder das Bühnenprogramm während der Automesse "Lack und Chrom" in der City gelungen. Neben solchen Veranstaltungen habe man die vorhandene Infrastruktur der Gemeinden genutzt und bei Gemeindefesten, Vereinstreffen oder in Predigten über die Themen Langzeitarbeitslosigkeit und zweiter Arbeitsmarkt informiert.

"Nach unserem christlichen Verständnis ist es ein wesentlicher Bestandteil der Würde, sich den Lebensunterhalt mit den eigenen Händen zu verdienen", sagte Pfarrer Armin Schneider, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Duisburg. In den Gemeinden begegne man aber täglich Menschen, die nicht in den ersten Arbeitsmarkt vermittelt werden könnten. Die Kirchen müssten für diese Leute die anwaltschaftliche Funktion übernehmen. "Diese endet auch nicht mit der Kampagne, sondern wird von uns auch in Zukunft übernommen", so Schneider.

Trotz des wirtschaftlichen Aufschwungs habe sich die Situation der Langzeitarbeitslosen kaum verbessert, bilanzierte Sieghard Schilling, Geschäftsführer des Diakoniewerkes. So gab es zu Beginn der Kampagne 27 000 Hartz IV-Empfänger. Jetzt sind es immer noch mehr als 26 000. "Bei den unter 25-Jährigen sind es sogar 200 Personen mehr," so Schilling. Da der zweite Arbeitsmarkt zudem immer weniger gefördert würde, würden viel Qualifizierungsmaßnahmen für diese Gruppe wegfallen. "Auch nach der Kampagne muss dies das Hauptthema in unserer Stadt bleiben", forderte Schilling.

(RP/rl)