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Duisburg: Arbeit im Dienste der Heimat

Duisburg : Arbeit im Dienste der Heimat

Der Ruhrorter Bürgerverein feiert sein 100-jähriges Bestehen. Gegründet wurde er nach der Eingemeindung der einst selbstständigen Stadt nach Duisburg, weil die Bürger fürchteten, dass ihre Interessen untergehen könnten.

1905 wurden nicht nur der kommunale Duisburger und der staatliche Ruhrorter Hafen zusammengelegt, gleichzeitig mussten auch Meiderich und Ruhrort ihre Selbstständigkeit aufgeben: Sie wurden eingemeindet. Das stieß nicht unbedingt überall auf positive Resonanz, fürchteten die Ruhrorter und Meidericher doch, dass ihr kommunales Leben darunter leiden könnte. Dem sollte vorgebeugt werden. Deshalb setzten sich einige Ruhrorter zusammen und gründeten sechs Jahre später einen Verein. Der "Ruhrorter Bürgerverein" feiert in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen in Verbindung mit dem Neujahrsempfang im Stadtteil am kommenden Samstag.

Weites Betätigungsfeld

Mit einer ersten großen Versammlung ging der "Ruhrorter Bürgerverein" im September 1910 unter der Federführung von Prof. Dr. Heinrich Hindorf an die Öffentlichkeit. Es wurde eine Satzung erlassen und eines der Hauptziele formuliert: "Arbeit im Dienste der Heimat". Zunächst lag der Schwerpunkt auf kulturellem Gebiet. Nach der Zäsur durch den Ersten Weltkrieg verlagerte er sich auf kommunale Themen. Neuer Wohnraum musste geschaffen werden, gleichzeitig sollte mit der Ruhrorter Altstadt ein Stück Geschichte erhalten bleiben. Die Weltwirtschaftskrise Anfang der 1930er Jahre ergab ein weites Betätigungsfeld, zumal der Bürgerverein schon 1930 auf katastrophale Auswirkungen durch die mögliche Schließung der Hütte Ruhrort-Meiderich hingewiesen hatte.

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Die Stilllegung konnte nicht verhindert werden, wohl aber leitete der Bürgerverein Hilfsmaßnahmen für die Betroffenen in die Wege. Die Stadtverwaltung in Duisburg hob die Winterhilfsaktion als vorbildlich hervor. Doch auch die Kultur sollte damals kein Stiefkind sein. Die heimische Mundart wurde gepflegt, Orchesterabende und Ausstellungen wurden organisiert.

Auch durch den Zweiten Weltkrieg gab es wieder einen tiefen Einschnitt. 1950 fand die erste Bürgerverein-Veranstaltung nach dem Zusammenbruch statt.

Auf die Fahnen kann sich der Verein schreiben, den letzten Radschleppdampfer, die "Oscar Huber", vor dem Schneidbrenner bewahrt zu haben. Heute ist das hervorragend restaurierte Schiff ein schwimmendes Museum und hat unterhalb der Schifferbörse seine ständige Heimat gefunden. Seit Anfang der 1990er Jahre veranstaltet der Ruhrorter Bürgerverein feststehende Veranstaltungen.

Zu nennen sind dabei der Weihnachtsmarkt und der Neujahrsempfang. Seit 2007 gibt's den "Blickpunkt Ruhrort", vor zwei Jahren wurde die erste Stadtteilpartnerschaft Deutschlands mit dem Partner-Bürgerverein St. Pauli aus der Taufe gehoben.

Bibliothek und Post

Fest im Blick hat der Ruhrorter Bürgerverein auch die Zukunft. Zu den Themen, die angefasst werden sollen, zählen unter anderem die Verkehrsproblematik und der Masterplan für den Stadtteil, den Duisburgs Planungsdezernent Jürgen Dressler für einen mit einem sehr großen Entwicklungspotenzial hält. Auch Bibliothek und Post, so wünschen es sich die Aktiven des Bürgervereins, sollen "im Städtchen" bleiben.

Vorsitzender des Bürgervereins im Jubiläumsjahr ist Mario Adams. Dirk Grotstollen, sein Stellvertreter, und die Geschäftsführerin Ute Bopp haben anlässlich des großen Geburtstags viele Zahlen und Fakten aus 100 Jahren "Ruhrorter Bürgerverein 1910 e. V." zusammengetragen.

(RP)