Duisburg: Anwohner fordern Ergebnisse

Duisburg : Anwohner fordern Ergebnisse

Für die osteuropäischen Bewohner des Bergheimer Hochhauses soll es verschiedene Hilfsangebote geben, insbesondere für Kinder. Darauf hat sich ein Runder Tisch verständigt. Anwohner sind verhalten optimistisch.

Konstruktiv, ruhig, angenehm: Mit diesen Attributen beschreiben Teilnehmer die Atmosphäre beim ersten Runden Tisch zur Situation des Bergheimer Hochhauses. 35 Vertreter städtischer Ämter, der Polizei, Kirchen, gemeinnütziger Vereine waren der Einladung von Pfarrer Heiner Augustin (Friedenskirchengemeide Rheinhausen) gefolgt, um darüber zu diskutieren, wie die Probleme mit den osteuropäischen Hochhaus-Bewohnern gelöst werden können. "Es ist deutlich geworden, dass an vielen Stellen bereits etwas getan wird, auch wenn das nicht immer für jeden offen sichtbar ist", sagt Augustin.

Seit Beginn des Jahres kommt es immer wieder zu Beschwerden über wilde Müllkippen, Ruhestörungen, Randale und Kriminalität. Die Polizei musste zu rund 150 Einsätzen ausrücken; in 379 Fällen wird gegen Personen mit Anschrift In den Peschen 3-5 strafrechtlich ermittelt. Die Wohnanlage ist inzwischen überregional als "Problemhaus" bekannt, unter anderem berichtete jüngst die "Bild"-Zeitung unter der Überschrift "Das Hauptquartier der Osteuropa-Banden" über Bergheim.

Ziel des Rundes Tisches ist es, mit den hauptsächlich aus Bulgarien und Rumänien stammenden Bewohnern ins Gespräch zu kommen. Wie schwierig das ist, weiß der Leiter des Jugendamts, Thomas Krützberg. Obwohl zwei muttersprachliche Sozialarbeiter versuchen, an die Familien heranzukommen, sei es bislang nicht gelungen, ein Kind in eine Kindertagesstätte zu holen. "Es ist schwierig, diesen Menschen beizubringen, dass wir helfen wollen. Aus ihrer Heimat kennen sie die Einrichtung Kindergarten schlicht nicht", erläutert Krützberg. Zudem gebe es im Hochhaus eine hohe Fluktuation: "Die Menschen sind oft nur sieben bis acht Wochen da. Kaum hat man mit einer Familie gesprochen, ist schon die nächste da."

Beim Runden Tisch wurde vereinbart, dass bis zum nächsten Treffen ausgelotet werden soll, wie die Hilfsangebote koordiniert werden können. Zudem wollen die Beteiligten die Zusammenarbeit untereinander verbessern. "Unabhängig von Bergheim wird das Problem weiter aktuell bleiben", ist Pfarrer Augustin überzeugt. "Wir gehen davon aus, dass in den kommenden Jahren weitere Zuwanderer nach Rheinhausen kommen werden. Wir wollen den Menschen dabei helfen, sich in unsere Gesellschaft zu integrieren."

Anwohner sind skeptisch, sie fordern Ergebnisse. Das erste Treffen sei zwar positiv gewesen. Die Geduld ist indes begrenzt: "Wir warten ab und schauen, was jetzt passiert. Wenn uns das nicht gefällt, werden wir als Bürger überlegen, was wir noch machen können", heißt es.

(RP/ac)