Duisburg: Angst vor "spontaner" Fällaktion

Duisburg : Angst vor "spontaner" Fällaktion

Unterschriftenstände stehen am Samstag und Sonntag auf der Königstraße.

Noch bis zum 19. Juni können sich die Duisburger an zahlreichen Orten im Stadtgebiet in die Unterschriftenlisten für ein Bürgerbegehren gegen die Fällung der Platanen an der Mercatorstraße eintragen, sagt Kerstin Ciesla vom BUND Duisburg, eine der Initiatoren des Bürgerbegehrens. Sie ist von der Resonanz bereits jetzt überwältigt. Täglich meldeten sich bei ihr Anrufer, die unterschreiben wollten, so Ciesla. Für ein erfolgreiches Bürgerbegehren werden mehr als 17 000 Unterstützer benötigt. Bei einer Versammlung am heutigen Freitag, 19 Uhr, im Café Museum, wird über das weitere Vorgehen diskutiert. So will der BUND auf seiner Internetseite möglichst bald jeden der Standorte, an denen die Listen ausliegen, veröffentlichen und sucht zudem noch Standorte (Geschäfte, Restaurants etc.) außerhalb der Innenstadt, wo Listen ausgelegt werden können. Meldungen werden entgegengenommen unter "info@bund-duisburg.de".

Wer sich eintragen will, kann dies schon jetzt zum Beispiel in einigen Geschäften im Averdunkzentrum oder auch im Restaurant "Mama Leone" an der Mercatorstraße. Auch im Ärztehaus in Rheinhausen ist das möglich. Am morgigen Samstag sammeln die Grünen zwischen 11 und 16 Uhr auf der Königstraße in Höhe des CityPalais Unterschriften, am (verkaufsoffenen) Sonntag steht der BUND mit seinem Stand zwischen 12 und 18 Uhr auf der Königstraße in Höhe der Mercatorstraße. "Wir haben die große Sorge, dass die Stadt trotz unserer Initiative die Platanen kurzfristig fällen wird", so Ciesla. Die Grünen wollen dies mit einem Antrag in der April-Sitzung des Rates verhindern. Bekanntlich hatte er die Fällung beschlossen, um den Ausbau der Bahnhofsplatte realisieren zu können, für den Fördermittel beantragt worden sind. Einen Zusammenhang zwischen diesem Vorhaben und der Platanen-Fällung sehen die Kritiker allerdings nicht.

Sie bemängeln vielmehr, dass es erklärtes Ziel der Stadt sei, eine attraktivere Verbindung des Bahnhofplatzes mit der Innenstadt herzustellen. Dass dies aber ausgerechnet mit einer ausgebauten Mercatorstraße möglich sein soll, erschließt sich ihnen nicht. Mit jedem weiteren Frühlingstag wachse zudem die Gefahr, dass sich bereits Vögel zum Nisten in den Bäumen niedergelassen hätten, was ein Fällen unmöglich mache.

Die Bezirksregierung hatte vor rund zwei Wochen geurteilt: "Die von der Unteren Landschaftsschutzbehörde der Stadt erteilte Befreiung zwecks Fällung der Platanenallee auf der Mercatorstraße ist nicht zu beanstanden." Sie hatte aber zugleich festgelegt, dass unmittelbar vor der Fällung der Bäume eine erweiterte artenschutzrechtliche Begutachtung durchgeführt werden müsse. Dabei würden potenziell vorhandene Lebensräume inspiziert.

(RP)