Angermunder Straße: Parkplätze statt Radwege

Angermunder Straße : Parkplätze statt Radwege auf der Angermunder Straße

Die Radfahrer fahren jetzt auf der Straße. Die alten Fahrradwege wurden zu Parkbuchten gemacht.

In den vergangenen Jahren wurde die Angermunder Straße zwischen Großenbaum und Rahm – von der Saarner Straße bis hin zum Brengersweg – in verschiedenen Abschnitten saniert und umgebaut. Der Straßenbelag wurde erneuert und Fahrradwege eingezeichnet. Zuletzt war der Abschnitt bis hin zum Brengersweg an der Reihe. Jetzt fragen sich allerdings mehrere Anwohner, wer sich das Konzept überlegt hat.

„Wie kann es sein, dass bestehende Radwege mit Pollern gesperrt werden und quer zur Fahrbahn wie wild Parkbuchten aufgemalt werden? Die Straße ist jetzt viel enger und durch die ganzen Fahrbahnmarkierungen kommt man doch total durcheinander“, ärgert sich Hans-Jürgen Simoneit. Und auch auf Facebook wird die Aufstellung der Poller und die „wilde“ Fahrbahnmarkierung heftig diskutiert. „Die Anordnung der Poller zeigt ganz klar auf: hier war monatelange Planung von Nöten“, macht sich ein Leser lustig. Auch Simoneit sieht in der neuen Anordnung Gefahren für die Radfahrer: „Der Mindestabstand von 1,5 Metern beim Überholen von Radfahrern kann von den Autofahrern durch die neuen Verkehrsinseln doch kaum eingehalten werden.“ Zudem wundern sich viele Rahmer, warum auf dem Abschnitt der Angermunder Straße zwischen dem Kleingarten und „Haus Will“ gefühlt „mehr Verkehrsinseln gebaut wurden als im Rest von ganz Duisburg.

Der Radweg ist gesperrt und mit Pollern versehen.

Die Wirtschaftsbetriebe Duisburg, die im Auftrag der Stadt Duisburg die Sanierungsmaßnahme durchführen, erklären die Planung: „Im jetzigen Bauabschnitt wird zwischen der Straße „An der Huf“ und der Straße „Am Weidengraben“ nur der östliche intakte und rot gepflasterte Radweg aufrechterhalten und unmittelbar vor der Einmündung „An der Huf“ baulich geschützt auf die Fahrbahn geführt“, sagt Volker Lange, Sprecher der Wirtschaftsbetriebe. „Und von dort aus wird der Radweg in nördliche Richtung in die vorhandene vorgenannte Schutzstreifenlösung eingebunden.“

Durch die neue Radverkehrsführung konnten in diesem Bereich die alten Radwege aufgegeben werden und dem „ruhenden Verkehr als Parkbuchten zugeführt werden“, so Lange. „Die Parkbuchten wurden je nach Platzangebot in Längs- beziehungsweise in Schräganordnung eingerichtet.“ Das Aufstellen der Poller soll den Fußgängern freie Sicht zum gefahrlosen Queren der Straße ermöglichen.

Und auch für die vier neuen Verkehrsinseln im letzten Bauabschnitt haben die Wirtschaftsbetriebe eine Erklärung: „Aus städtebauplanerischer Sicht wurden die vier Verkehrsinseln in diesem Bereich verteilt, da zum Beispiel in Höhe der Straße Auf der Huf eine Fußgängerampel weggefallen ist“, so Lange. Eine weitere, der zwischen sieben und acht Meter langen und 2,50 bis 2,55 Meter breiten Verkehrsinseln ist in Höhe einer Bushaltestelle installiert worden. „Damit die Fußgänger die Angermunder Straße leichter queren können.“ Zufriedenstellend ist die Planung für viele Bürger allerdings nicht.

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