Loveparade-Gedenkstätte in Duisburg: Angehörige wollen Pläne nicht hinnehmen

Loveparade-Gedenkstätte in Duisburg: Angehörige wollen Pläne nicht hinnehmen

Der Verein Loveparade-Selbsthilfe will weiter für eine Gedenkstätte nach ihren Wünschen kämpfen. Der Investor, dem das Gelände gehört, habe die Gespräche mit den Angehörigen einseitig ohne Konsens abgebrochen, sagte Jürgen Hagemann am Mittwoch.

Der Vorsitzender des Vereins, der die Interessen der Loveparade-Opfer vertritt, sagte weiter. "Dem Investor kann nicht an einer Gedenkstätte gelegen sein, die nicht die Zustimmung der Hinterbliebenen findet", erläuterte Hagemann. Das Möbel-Unternehmen des Investors Kurt Krieger war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Angehörige der Opfer fordern von dem Investor weiter Dialogbereitschaft, um strittige Punkte zu diskutieren. Sie fordern etwa eine Skulptur als Ersatz für ein symbolisch gewordenes Bahnwärterhäuschen, das abgerissen werden muss. Außerdem sei der Eingang zur Gedenkstätte viel zu eng geplant.

Auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs sollen zwei große Möbelmärkte entstehen. Nach der Katastrophe stellte der Investor 660 Quadratmeter für eine Erinnerungsstätte zur Verfügung. Bisher hatten sich die beiden Parteien nicht auf einen Entwurf einigen können.

Die Stadt Duisburg gab am Anfang der Woche bekannt, dass der Plan für die Gedenkstelle zur Genehmigung vorliege, nachdem die Gespräche am Wochenende abgeschlossen worden waren. Demnach soll als zentrales Element der Gedenkstätte die Treppe erhalten bleiben, an deren Fuß 2010 bei der Loveparade eine Massenpanik ausgebrochen war. 21 Menschen starben, Hunderte wurden verletzt.

(lnw/jco)
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