Duisburg: Amtsverzicht nach Plagiatverdacht

Duisburg: Amtsverzicht nach Plagiatverdacht

Angesichts von Plagiatvorwürfen gegen ihre Duisburger Doktorarbeit gibt eine Junior- oder Nachwuchsprofessorin an der Technischen Universität Dresden ihre Stelle zum Monatsende vorzeitig auf.

Das teilt das Dresdener Institut für Kommunikationswissenschaft unter voller Namensnennung auf seiner Webseite mit. Der Rektor der TU bedauert die persönliche Entscheidung und geht nach wie vor davon aus, dass die fragliche Dissertation "den wissenschaftlichen Ansprüchen genügt." Das prüft zurzeit die Duisburger Uni-Kommission für gute wissenschaftliche Praxis und Fehlverhalten.

Ein Ende der Untersuchung sei noch nicht abzusehen, erklärt die Pressestelle auf Nachfrage. Der Dresdener Institutschef Wolfgang Donsbach erläutert den Rückzug seiner bisherigen Kollegin mit "Gesundheitsgründen". Lokale Presseberichte und private Blogger, die über Enthüllungen des Medienwissenschaftlers und internationalen Plagiatjägers Stefan Weber berichteten, hätten die Professorin an den "Pranger" gestellt und damit krank gemacht. Die Presse habe ihre "persönliche Ehre" verletzt, so Donsbach.

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Demgegenüber stellte der Münchener Rechtsprofessor Volker Rieble schon vor zwei Jahren in seinem Standardwerk "Das Wissenschaftsplagiat" klar: ."Die Plagiatdiskussion steht ihrerseits unter dem Schutz der Wissenschaftsfreiheit" und könne folglich "bis in die Tagespresse reichen:" Die Juniorprofessorin hat sich trotz direkter Nachfragen bis heute nicht selber geäußert. Hermann Horstkotte

(RP/rl)
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