Am Mannesmann-Gymnasium ist Unterricht längst digital

Gymnasium in Huckingen : Unterricht am Mannesmann ist längst digital

Am Mannesmann-Gymnasium in Huckingen schätzen die Schüler die Arbeit am Laptop.

Auf dem digitalen Stundenplan steht Bionik. Was ist denn das, werden sich diejenigen fragen, deren Schulzeit schon ein paar Tage zurückliegt. „Bionik ist eine Kombination aus Biologie und Technik“, so Maximilian Kropp, Physik-Lehrer am Mannesmann-Gymnasium. Naturwissenschaftlicher Stoff, neben Bio darf es auch Physik sein, wird mit Hilfe von digitaler Technik erarbeitet. Die Kreidezeit ist auch am Mannesmann-Gymnasium vorbei. Die Schüler der neunten Klasse surfen im Internet, tippen auf Laptops oder wischen auf Handys. Alles vor den Augen ihres Physiklehrers.

Thema ist in diesen Wochen Automobilität. Die Schüler der naturwissenschaftlichen Profilklasse haben sich selbstständig einen Aspekt rausgesucht, den sie nun in kleinen Teams bearbeiten. Eine Gruppe simuliert Bremswege von Autos, eine andere experimentiert mit Pulsgeräten, die Autofahrer bei Nachtfahrten rechtzeitig vor dem Einnicken warnen sollen. Recherche, Präsentation, Lernvideo – alles läuft digital. Nicht ausschließlich. Jan, Jonathan und Benjamin haben sich für eine analoge Versuchsanordnung entschieden. Sie testen, wie stark verschiedene Kräfte bei einem Unfall auf die A-Säule eines Autos wirken. Dazu haben sie unterschiedlich starke T-Träger gebastelt, die sie mit verschieden schweren Gewichten belasten. So untersuchen die Schüler die Durchbiegung der einzelnen Träger. Das Ergebnis wird in eine Excel-Tabelle eingetragen. Auch die Präsentation ihres Projekts erarbeiten sie am Laptop.

„Diese Art von Unterricht ist deutlich interessanter als eine Stunde an der Tafel“, findet Benjamin. Jan glaubt zudem, dass viel mehr hängen bleibt, wenn die Schüler den Stoff selbstständig, auch übers Internet, erarbeiten: „Das ist viel einprägsamer als Unterricht an der Tafel.“ Das Gymnasium ist längst im digitalen Zeitalter angekommen. Jeder Schüler hat eine eigene E-Mail-Adresse .... @mannesmanngymnasium.eu. Darüber kann er mit Lehrern und dem Sekretariat kommunizieren, erfährt, wann Vertretungsstunden angesetzt sind, kann Prüfungstermine nachschauen.

Jeweils ein Schüler des Physik-Leistungskurses wird von Lehrer Maximilian Kropp beauftragt, die Hausaufgaben in die WhatsApp-Gruppe des Kurses zu stellen. „Dann können sich die anderen schon mal damit auseinandersetzen“, so die Idee des Lehrers. Natürlich könnten die anderen auch einfach die Aufgabe abschreiben. „Das wäre langfristig nicht so schlau“, meint Kropp. Denn spätestens in der Prüfung würde man damit auf die Nase fallen. „Das Wichtige ist, dass man die Zusammenhänge erkennt. Das Digitale ist nur ein Hilfsmittel“, sagt der Lehrer. Dabei kann ein Youtube-Video sehr hilfreich sein. Wenn es physikalische Phänomene anschaulich darstellt, kann der Schüler die Formel dahinter besser nachvollziehen.

Ab Klasse fünf werden die Schüler in ITG (informationstechnische Grundbildung) unterrichtet. Sie tippen Gedichte ab und formatieren sie. Kann das nicht jeder Zehnjährige längst? „Auf ihren Smartphones sind die Schüler fit. Aber am PC steckt oft keine Systematik dahinter. Sie probieren einfach aus, finden aber ihre Dokumente nicht mehr wieder“, so die Erfahrung des Lehrers. Die Schule stehe in Sachen IT-Ausstattung nicht zuletzt deshalb gut da, weil viel Engagement dahinter stecke, sowohl vom Förderverein als auch von einzelnen Lehrern und Eltern, sagt Schulleiter Stefan Zeyen. Die meisten Klassenräume sind mit W-Lan ausgestattet. Es gibt ausreichend Laptops. Nun hofft man, dass endlich mal Geld aus dem Digitalpaket von Bund und Land am Mannesmann-Gymnasium ankommt.

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