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Duisburg: Alter Friedhof als Denkmal

Duisburg : Alter Friedhof als Denkmal

Mit seinem Ehrenfriedhof, der Trauerhalle und den Kriegsgräbern dokumentiert der 1870 angelegte Alte Friedhof Homberg die Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts. Jetzt wird er unter Denkmalschutz gestellt.

Der Alte Friedhof an der Friedhofsallee in Homberg wird unter Denkmalschutz gestellt. Das beschloss die Bezirksvertretung Homberg/Ruhrort/Baerl in ihrer jüngsten Sitzung einstimmig. In die Denkmalliste sollen alle 38 Grabstätten und die noch vorhandenen Grabmale, die Trauerhalle, der Ehrenfriedhof, das Gräberfeld für russische Kriegsgefangene sowie die Umfassungsmauer und die Treppenanlage eingetragen werden.

Angelegt worden war der Alte Friedhof im Jahr 1870 als erster kommunaler Friedhof in der Gemeinde Homberg. Zunächst war er als Ersatz für den zeitgleich geschlossenen katholischen Friedhof an der Kapellstraße gedacht, wie aus der Beschlussvorlage des Amtes für Baurecht und Bauberatung hervorgeht. 1878 wurde auch ein Bereich für die Toten evangelischen Glaubens eröffnet.

Konventioneller Aufbau

"Generell scheint sich der Alte Friedhof Homberg an den zeitgenössischen Konventionen damaliger Friedhofsanlagen orientiert zu haben", heißt es in der Vorlage der Verwaltung. Die Familiengräber lagen demnach eher im südlichen Teil entlang der Friedhofsallee, was auch Luftbilder von 1926 belegen. Schon 1916 näherte sich der Alte Friedhof Homberg der Vollbelegung, und aufgrund hygienischer Überlegungen — 1906 war an der Hochfeldstraße das Homberger Wasserwerk gebaut worden — wurde eine Verlegung der Begräbnisstätte empfohlen. Ab 1923 wurde dann die Belegung von Reihengräbern beendet, 1930 erfolgte die endgültige Schließung.

Besondere Merkmale des Alten Friedhofes in Homberg sind die Soldaten- und Kriegsgräber mit der Trauerhalle sowie der im Zuge der Niederrheinischen Blumen- und Gartenschau 1958 angelegte Park auf dem ehemaligen Friedhofsgelände. In dessen Gestaltung wurde eine Vielzahl von alten Grabsteinen mit eingebunden, ohne dass ihr Standort verändert wurde.

Die Einbindung der Kriegsgedenkstätten dokumentiere den Umgang mit der Kriegsgeschichte in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, begründet das Amt für Baurecht und Bauberatung die Bedeutung des Alten Friedhofs für die Geschichte des Menschen.

Von geschichtlichem Interesse

Auch der Ehrenfriedhof, auf dem sowohl Soldaten als auch getötete Zivilisten aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg bestattet sind, sei bedeutsam für die Geschichte der Menschen in Homberg und wichtiger Bestandteil des Totengedenkens. Die erhaltenen Grabmale des Alten Homberger Friedhofs seien zudem wichtige Zeugnisse führender Homberger Familien und ihres Repräsentationswillens und daher für die Bürgertumsforschung von Bedeutung.

(RP/rl)