Polizisten in Duisburg umgefahren?: Alltours-Chef vor Gericht

Polizisten in Duisburg umgefahren? : Alltours-Chef vor Gericht

Zu einem medialen Ereignis wird am morgigen Mittwoch der Prozessauftakt im Amtsgericht, wo sich Willi Verhuven wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und fahrlässiger Körperverletzung verantworten muss.

Willi Verhuven ist nicht unbedingt als sonderlich pflegeleichter Chef bekannt. Er hat aus einem kleinen Reisebüro in Kleve den großen eigenständigen Konzern Alltours geformt und ihn zum Erfolg geführt. Wer so etwas schafft, der darf nicht unbedingt zimperlich und besonders rücksichtsvoll sein und muss sein Ziel ständig vor Augen haben.

Am 21. März wollte Verhuven, sein Fahrziel bereits vor Augen, zur Firmenzentrale an der Schifferstraße. Doch an diesem Tag hatte Verdi zur Großdemonstration aufgerufen. Und einer der Protestzüge in Richtung Innenstadt führte durch den Innenhafen. Damit sich Protestler und Autofahrer nicht in die Quere kamen, war das Hafengebiet abgesperrt.

Willi Verhuven wollte an diesem Vormittag wie gewohnt auf den Firmenparkplatz fahren. Ein Polizist wollte dies verhindern. Es waren nur wenige Meter, die den 62-jährigen Unternehmer noch von der Firmenzentrale trennten. Doch der Beamte blieb stur. Was danach an der Kontrollstelle passierte, wird ab morgen vor Gericht geklärt. Die Polizei sagt, Verhuven habe die Sperre durchbrochen und sei einfach weitergefahren. Dabei habe er den Polizisten quasi auf die Motorhaube genommen, der sich bei dem anschließenden Sturz am Knie verletzte.

Willi Verhuven hingegen schildert den Ablauf ganz anders. Danach soll der Beamte ziemlich aggressiv mit ihm umgesprungen sein. Er habe den Scheibenwischer an seinem Mercedes mutwillig abgerissen. Beide Seiten haben angekündigt, Zeugen für den Ablauf der Begegnung zwischen dem Polizisten und dem Reiseunternehmer zu haben.

Fakt ist, dass die Polizei kurz nach dem Vorfall mit einem Gerichtsbeschluss in Verhuvens Büro erschien und seinen Führerschein wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr einkassierte. Im Mai bekam der Firmenchef die Fahrerlaubnis wieder zurück. Der Vorwurf eines gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr konnte offenbar nicht mehr aufrechterhalten werden. Wohl aber der von Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und von Körperverletzung. Darauf bezieht sich die Anklage des Duisburger Amtsgerichtes, die im Juni dieses Jahres zugestellt wurde.

Hier geht es zur Bilderstrecke: 21.03.12: Streik-Kundgebung in Duisburg

(RP/top)