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Duisburg: Alles muss 'raus

Duisburg : Alles muss 'raus

Schon seit Tagen kann wieder auf Schnäppchenjagd gegangen werden, nur heißt das heute "Sale". Vor allem Textilien sind enorm stark reduziert. Zusätzliche Werbepower nach Ende der Sommerferien.

Erst mal 'ne Brille kaufen! Die ist nämlich um bis zu 80 Prozent reduziert. Und dann auf zur Schnäppchenjagd. Pardon, "Sale" heißt das ja seit einigen Jahren. Der Schlussverkauf ist passé, es lebe der Schlussverkauf: Seit etlichen Tagen schon locken Angebote — Jeans für 6,95 Euro; Tops und T-Shirts ab 2,99 Euro, Schuhe für unter zehn Euro oder um 50 Prozent reduziert.

Wo es das ganze Jahr die Tasse Kaffee gibt, ist jetzt auch vieles um 60 Prozent herabgesetzt. Outlet-Ware gibt's um mindestens 44,44 Prozent preiswerter, wer Glück hat, kommt sogar auf 55,55 Prozent Preisreduktion. Nebenan sind Hemden, Blusen und Dessous sogar um bis zu 70 Prozent billiger.

Kaufanreize geschaffen

Auch Wilhelm Bommann, Hauptgeschäftsführer des Einzelhandels- und Dienstleistungsverbandes Niederrhein, hat festgestellt, dass nach dem Wegfall der "Abschnittsverkäufe" (Sommer- und Winterschlussverkauf) das "Alles muss 'raus" früher begonnen hat. "Das hat auch etwas mit dem Ferienbeginn zu tun", sagt Bommann.

So sollen Kaufanreize geschaffen werden für Sommerbekleidung, die dann noch mit in den Urlaub genommen wird. Sind die Ferien dann in Nordrhein-Westfalen zu Ende, werde es noch einmal zusätzliche Werbepower geben, ist er sich sicher.

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Das wäre dann der Termin, da in früheren Zeiten der Sommerschlussverkauf tatsächlich gestartet wurde (letzter Montag im Juli). Bommann glaubt nicht, dass der frühe Zeitpunkt des Preisrutsches etwas mit der derzeitigen Wirtschaftskrise zu tun hat, sieht darin keinen "Verzweiflungsakt". Er räumt aber ein, dass im Einzelhandel ein "gewisser Lagerdruck" vorhanden ist.

Niedrigere Gewinnspanne

Bei 70 Prozent sieht er die absolute Grenze, wenn Geschäftsleute überhaupt noch etwas an der Ware verdienen wollen. Insgesamt sei die Gewinnspanne sowieso niedriger geworden. Der Hauptgeschäftsführer des Einzelhandels- und Dienstleistungsverbandes versicherte gestern im Gespräch mit der Rheinischen Post, dass es sich auch bei total reduzierter Kleidung nicht um Ausschussware handele, vielmehr um "aktuelle Ware".

Er glaubt auch nicht daran, dass "alle" immer mit dem Kauf warten, bis die Preise im Keller sind. Das gelte vor allem für Frauen: Wenn Farbe und Größe stimmen würden, "dann wird nicht das letzte Prozent mitgenommen".

Übrigens: In einem Geschäft ist das "sale" sogar in elf Sprachen angeschlagen — nur nicht in der, die in diesem Land eigentlich üblich ist . . .

Hier geht es zur Bilderstrecke: Sparen im Sommerschlussverkauf

(RP)