Allenkonzept für 69 Baumreihen im Duisburger Westen

Baumfällungen – oder auch nicht : Besonderer Schutz für die 69 Alleen

Die Stadt Duisburg erarbeitet bis zum Jahresende ein Alleenkonzept. Dies wird auch über die Zukunft der insgesamt 69 geschützten Baumreihen im Duisburger Westen entscheiden.

Tausende Bäume zieren die Straßenränder allein im Duisburger Westen. Doch manche alten Bäume mussten in der jüngeren Vergangenheit für ein neues Gebäude oder Straßenerneuerungen weichen. Einige Bäume wurden auch gefällt, weil sie krank waren oder drohten umzustürzen. Oder, weil sie zu groß an Wurzeln oder Krone für ihr Umfeld waren, weil sie in einer Zeit gepflanzt wurden, in der man die verkehrstechnischen oder wohnbaulichen Entwicklungen nicht abschätzen konnte.

Die Bürger haben bei Baumfällungen meist Bedenken und fragen sich, ob das wirklich nötig ist. Ganz besonders dann, wenn es um sehr große, alte Bäume oder gar ganze Alleen geht.

Letztere stehen allerdings unter einem besonderen Schutz: In § 41 des Landesnaturschutzgesetzes NRW heißt es: „Alleen an öffentlichen oder privaten Verkehrsflächen und Wirtschaftswegen sind gesetzlich geschützt. Die Beseitigung von Alleen sowie alle Handlungen, die zu deren Zerstörung, Beschädigung oder nachteilige Veränderung führen können, sind verboten. Pflegemaßnahmen und die bestimmungsgemäße Nutzung werden hierdurch nicht berührt.“ Fällungen, die der Gefahrenabwehr und der Verkehrssicherheit dienen, sind natürlich erlaubt. Allerdings, so der Gesetzestext weiter, seien sie immer der Naturschutzbehörde mitzuteilen.

Auch die Zukunft der Baumallee auf der Friedrich-Ebert-Straße in Rheinhausen ist noch ungewiss. Foto: FUNKE Foto Services/Markus Weissenfels

Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) führt ein landesweites Kataster der gesetzlich geschützten Alleen, in dem alle Baumreihen grafisch verortet werden und es weitere Informationen – etwa Länge, Pflanzzeitraum, Baumarten oder Schutzstatus – gibt.

Um nicht für jede Baumfällung oder die Erneuerung von einzelnen Baumreihen eine Genehmigung von der Naturschutzbehörde einholen zu müssen, wie es in der Vergangenheit der Fall war, soll die Grünverwaltung der Stadt nun bis Jahresende der höheren Naturschutzbehörde der Düsseldorfer Bezirksregierung ein Alleenkonzept vorlegen. Darin ist dann festgelegt, wie in Duisburg künftig mit den insgesamt mehr als 360 Alleen und ihren rund 20.000 einzelnen Bäumen umgegangen wird – sprich: wo wird abgeholzt, wo wird anschließend neugepflanzt, was bleibt, was geht und was wird wo verändert?

Das Konzept wird auch Auswirkungen auf die 69 Straßen, Wege oder Verkehrsflächen im Duisburger Westen haben, die auf beiden Seiten auf einer Länge von mindestens 100 Metern parallel von Bäumen begrenzt sind.

Welche genau, dazu schweigt die Stadt bislang. „Entsprechende Angaben wird erst das in Bearbeitung befindliche Alleenkataster, voraussichtlich ab Mitte nächsten Jahres, geben können“, so ein Sprecher.

Bis die Stadt Duisburg über ein eigenes Alleenkataster verfügt, finden Bürger alle Informationen zu den geschützten Baumreihen im Duisburger Westen auch im landesweiten Alleenkataster NRW unter: http://alleen.naturschutzinformationen-nrw.de/nav2/Karte.aspx im Internet.

(elwi)