Ali Yakar steht jetzt in Rheinhausens Goldenem Buch.

Rheinhausen : Ali Yakars Engagement entstand im Arbeitskampf

Der Schriftsteller, Journalist und Kruppianer steht jetzt in Rheinhausens Goldenem Buch. Schon seit den 80er Jahren ist der engagierte Gastarbeiter der ersten Stunde auch gesellschaftspolitisch aktiv.

Mehr als 50 Einträge gibt es bereits im Goldenen Buch von Rheinhausen. Jetzt durfte sich auch der Schriftsteller, Journalist und ehemalige Krupp-Arbeiter Ali Yakar eintragen. Damit steht er in der Folge so bedeutender Persönlichkeiten wie Willy Brandt, der sich 1961 darin verewigte, als er noch regierender Bürgermeister von Berlin war und Rheinhausen besuchte. Auch zu dem langjährigen NRW-Landesvater Johannes Rau darf sich Yakar jetzt gesellen.

„Sie haben sich um den Dialog zwischen Türken und Deutschen in Rheinhausen verdient gemacht, dafür dass die Kulturen nicht übereinander, sondern miteinander reden. Sie sind ein Gastarbeiter der ersten Stunde. Herr Yakar, Sie haben viel zur Integration beigetragen – Sie sind gekommen, um zu bleiben“, sagte Bezirksbürgermeisterin Astrid Hanske in ihrer kurzen Ansprache.

Und Ali Yakar, der in Anatolien geboren wurde, 1968 nach Rheinhausen kam und lange bei Krupp als Eisenbahner arbeitete, bestätigte: „Ja, meine Heimat ist inzwischen Deutschland, im besonderen Rheinhausen.“ Insgesamt zehn Bücher hat der Journalist und Schriftsteller inzwischen herausgebracht, meist auf Türkisch, aber immer mit deutschen Texten kombiniert.

Mit ein Anlass für den Eintrag ins Goldene Buch Rheinhausens war das Erscheinen seines aktuellen Gedichtbandes „Anirlarla siirler“, zu Deutsch etwa „Erinnerungen und Gedichte“. Ein schönes Zitat aus einem in Deutsch geschriebenen Gedicht umrahmt seine Unterschrift: „Sehnsüchtig sind wir mit der Zeit gegenüber unserer Heimat, unserem Land. Vergessen haben wir hier, wer wir sind.“

Ali Yakars Engagement, durch journalistische Texte in die aktuellen politischen Verhältnisse einzugreifen, entstand im Kruppschen Arbeitskampf. „Ich war Vertrauensmann bei der IG-Metall, bin dann in die SPD eingetreten und habe für verschiedene türkische Zeitungen berichtet“, erinnert sich der 67-Jährige. Da hatte er gemerkt, dass er durch geschriebene Worte etwas bewirken kann. „Auch in lokale politische Geschicke habe ich mich eingemischt – besonders in den Dialog zwischen Deutschen und Türken damals in der Margarethensiedlung und in die Thematik um die 30er-Zone für die Margarethenstraße“, erinnert sich Yakar, der sich auch stark in der Alevitischen Gemeinde engagiert.

Bei der kleinen Feier im Büro der Bezirksbürgermeisterin ist auch seine Ehefrau Zeynep Yakar anwesend und sagt: „Ich habe seine Gedichte und Texte immer kritisch gegengelesen, teilweise mit neuer Inspiration versehen.“ Vielleicht wird ihm demnächst die Mercator-Ehrennadel der Stadt Duisburg durch den Oberbürgermeister verliehen, dafür ist Ali Yakar bereits vorgeschlagen worden.

(sado)
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