Duisburg: "Akim rennt": Krieg und Flucht als stilles Theater

Duisburg: "Akim rennt": Krieg und Flucht als stilles Theater

In Akims Dorf scheint der Krieg weit weg. Akim spielt am Ufer des Kuma-Flusses friedlich mit den anderen Kindern. Am späten Nachmittag erbebt die Luft von dumpfem Lärm und Schüssen. "Akim rennt" von Claude K. Dubois über einen Jungen auf der Flucht ist ein zur Zeit sehr erfolgreiches Kinderbuch, das jetzt im ausverkauften Foyer III unterm Dach des Theaters auf die Bühne kam.

Die Regisseurin Sarah Melfeld, die Ausstatterin Christina Hillinger und der Musiker Jörg Marc Buttler bringen Akims Geschichte mit viel Musik, Klängen und Geräuschen herüber. Aus den ausdrucksstarken und zugleich poetischen Zeichnungen werden ebenfalls live entstehende Videoprojektionen, wobei das Papier zum Teil zum dreidimensionalen Leben erweckt wird. Theater für alle Menschen ab sechs Jahren ist hier ein stiller und gerade dadurch beeindruckender Protest gegen Krieg und Flucht.

Die anwesende Autorin, geboren 1960 im belgischen Verviers, sah diese szenische Fassung in Duisburg zum ersten Mal und zeigte sich hernach erfreut und bewegt darüber, gerade weil die Inszenierung konsequent auf das Wort - im Buch gibt es nur ein paar Erklärungen - verzichtet hatte, zu Gunsten sinnlicher Erfahrungen. Besonders gefiel ihr der verstärkte Bezug zur Welt des Wassers und der Boote, der inzwischen noch aktueller erscheint als vor vier Jahren, als sie das Buch schrieb.

(hod)
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