Duisburg: Ärger um Gesundheitszentrum

Duisburg: Ärger um Gesundheitszentrum

Die Investmentgruppe Euroareal wartet noch immer auf die Baugenehmigung für das Gesundheitszentrum Marientor-Carreé. Aus Sicht der Händler und Anwohner ist der Zustand unbefriedigend. Einige wollen jetzt klagen.

Dr. Daimi Cengiz fürchtet um seine wirtschaftliche Existenz. Der Duisburger betreibt zusammen mit seiner Frau ein Kiosk in der Altstadt, und wegen der Baustelle vor seiner Haustür hat er mit Umsatzeinbußen von bis zu 40 Prozent zu kämpfen. Seine größte Sorge ist, dass das geplante Gesundheitszentrum jetzt doch nicht gebaut wird.

"Der Parkplatz ist abgerissen, die Archäologen sind weg, aber an dem großen Krater vor meinem Geschäft tut sich immer noch nichts", ärgert sich der Ladenbesitzer. "Ich will, dass die jetzt endlich mal loslegen. Nachher stampfen die das Projekt ein und wir bleiben hier auf dem Brachland sitzen. Das kann doch nicht sein."

Die für die Bebauung verantwortliche Investmentgruppe gibt sich versöhnlich. So weit würde es nicht kommen, versichert eine Sprecherin Kölner Euroareal. Nachdem die archäologischen Arbeiten abgeschlossen worden seien, hätte man den Bauantrag eingereicht. Das Unternehmen warte jetzt nur noch auf die Genehmigung vonseiten der Stadt. Dann könne es schon losgehen.

Die Verzögerung ärgert auch Friedhelm Kogler. Der 58-Jährige wohnt an der Beekstraße und hat ein Wohnzimmer mit Baustellen-Blick. "Ich habe ja Verständnis dafür, dass hier etwas Neues entstehen soll", so der Frührentner, "aber was hier im Moment passiert, geht mir auf den Geist. Hier hat sich seit drei Monaten überhaupt nichts mehr getan. Überlegen die sich bei der Stadt eigentlich überhaupt nicht, wie ärgerlich das für uns ist?"

Friederike Johna, ebenfalls Anwohnerin, spricht sogar von einer drastischen Verschlechterung ihrer Lebensqualität: "Das ist doch wirklich eine Zumutung", findet sie. "Okay, ich gebe ja zu, dass die Aussicht auf den Parkplatz früher auch nicht die Beste war, aber ein Loch im Boden? Natürlich kommt dann etwas mehr Lärm auf uns zu, aber das ist immer noch besser als gar nichts."

Zwei bis drei Wochen

Die Stadt ließ gestern mitteilen, dass der Bauantrag mittlerweile eingegangen sei. "In zwei bis drei Wochen sollte das Bauamt damit durch sein", erklärte Stadtsprecherin Susanne Stölting auf Anfrage der RP. Ob die Anwohner sich auf diese Zusicherungen verlassen, bleibt aber abzuwarten. Dr. Cengiz hat jedenfalls genug. Zusammen mit einigen anderen Händlern erwägt er rechtliche Schritte gegen Investor und Stadt. Ihre Forderung: Schadensersatz für die eingebrochenen Umsätze.

(RP/rl)
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