ADFC Duisburg hilft Erwachsenen aufs Rad

RP-Radserie : ADFC Duisburg hilft Erwachsenen aufs Rad

Radeln kann jeder? Von wegen. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club bietet einen Kurs für Erwachsene an, die es nie gelernt haben.

Hier ein offenbar weit verbreitetes Vorurteil: Fahrradfahren kann doch jeder. Ein Irrglaube, sagen die beiden Duisburger Harald Höbusch und Simone Klinner. Die beiden Fahrrad-Fahrlehrer vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) sagen: „Genau wie sich der Analphabetismus trotz Schulpflicht auch in Deutschland hält, so ist auch die ,Kulturtechnik’ Fahrrad zu fahren, nicht allen geläufig.“ In Kursen bringt das Duo Erwachsenen das Radeln bei.

Dass eben nicht jeder Fahrrad fahren kann, begründen Höbusch und Klinner unter anderem damit, dass manche Eltern das Fahrradfahren in der Großstadt für zu gefährlich halten würden oder die Körpergröße ihrer Kinder für das erste Fahrrad für noch nicht ausreichend. „Dann ist der Anschluss schnell verpasst. Manchmal fehlt es auch schlicht am Geld. Erst wenn die Kinder oder die Enkel zur Fahrradtour auffordern, kommt die Scham, etwas fast selbstverständliches nicht zu können. Dann kommen Sie zu uns und wollen das Radfahren lernen“, führt Simone Klinner aus. Hinzu kämen Ex-Radler, solche, die sich nach einem Unfall nicht wieder auf das Fahrrad trauen. Für beide Gruppen sei es wichtig, das Vertrauen zum Fahrrad zu finden. Damit dies möglich wird, werden erst einmal die Pedale abgeschraubt. „Danach laufen wir mit dem Rad, sagt Klinner. Nach ersten Übungen gehe es dann Schritt für Schritt voran. Und wenn die Teilnehmer erst einmal rollen und die Beine eine Zeit lang in der Luft sind, dann ist es fast geschafft. Auf die Schritte folgen die Tritte. Die Pedale werden wieder montiert. Das sichere Bremsen und die Handzeichen wollen auch eingeübt werden.“

In der Gruppe auf dem sichtgeschützten Schulhof, verliert sich die Scham schnell, zeigen die Erfahrungen der Experten, die seit 20 Jahren Kurse für Erwachsene geben. Warum dabei die Frauen häufig unter sich bleiben? Höbusch mutmaßt, das Männern es schwerer fällt, ihr Manko zuzugeben. „Der Mann versteckt sich hinter dem Autolenkrad und ist sich sicher, dass dies zur Fortbewegung reicht. So wird es häufig eine lustige Frauenrunde die ihre ersten Fahrversuche und Runden drehen. Auch unter den Frauen haben die meisten einen Führerschein. Nur die Regeln für den Radverkehr, müssen wir erklären.“

(RP)