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Duisburg: Absolut überzeugend

Duisburg : Absolut überzeugend

Michael Rüscher, neuer Handelsexperte der Industrie- und Handelskammer, sieht Duisburg auf einem guten Weg. Skeptisch ist er aber in Bezug auf das "Douvil" und die geplanten Möbelhäuser.

Michael Rüscher ist seit wenigen Wochen neuer Leiter des Geschäftsbereiches Handel, Dienstleistung, Mittelstand und Außenwirtschaft bei der IHK an der Mercatorstraße. Er hat die Nachfolge von Astrid Schule angetreten, die wie berichtet in den Ruhestand gegangen ist. Sie kannte vermutlich jedes Eckchen des riesigen Kammerbezirks, der von Duisburg bis an die Grenzen des Kreises Kleve reicht. "Ich muss mir erst noch ein Bild verschaffen", sagte der 35-Jährige. "Von den rund 30 Kommunen im Kammerbezirk habe ich bislang vielleicht gerade mal zehn besuchen können."

Gerade erst hat er sich in Dinslaken und Moers umgeschaut, wo neue Einzelhandelszentren in Planung sind. Rüscher ist studierter Geograph, hat aber schon sehr früh den Schwerpunkt seines Studiums auf Stadtentwicklung gelegt und darüber auch seine Diplomarbeit geschrieben, als er sich in den USA aufhielt. Zuletzt war er für die Industrie- und Handelskammer in Düsseldorf tätig.

Mutige Entscheidung

Das, was ihm ins Auge sprang, als er zum ersten Mal den Duisburger Hauptbahnhof verließ war, "dass man vom Ausgang erst einmal auf eine Betonfläche schaut und dann geradeaus in die Friedrich-Wilhelm-Straße läuft, obwohl man eigentlich zur Königstraße wollte."

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Dass die betonierte Bahnhofsplatte in den kommenden Wochen und Monaten so gestaltet wird, dass Duisburgs Eingang zum einen grün ist und zum zweiten direkt auf die Haupteinkaufsstraße führt, weiß er inzwischen. "Ich finde es mutig von der Stadt, einen Masterplan zu entwickeln und auf dessen Umsetzung zu drängen", sagt er. Den Ansatz dieses Konzepts, die Verbindung der City zum Wasser viel deutlicher darzustellen, findet er absolut überzeugend.

Mit dem König-Heinrich-Platz und den schwebenden Rasenflächen, mit der Sichtachse zum Theater, dem Einkaufszentrum Forum und der Mercatorhalle "hat die Stadt bemerkenswerte Akzente gesetzt. Ich habe den Eindruck, dass die Leute hier es gar nicht für so etwas Besonderes halten, dass Duisburg ein Kasino besitzt, womit nur ganz wenige Städte werben können", so sein Eindruck.

Er kann nicht ahnen, dass er damit schon eine ganz wichtige Eigenart der Duisburger beschreibt: Sie sind selten mal richtig stolz auf ihre Heimat. Was ihm weniger gefällt, ist der Übergang von der Königstraße/Kuhstraße in die Münzstraße. Der alte hässliche Boecker-Bunker ist ihm bei einem Stadtrundgang sofort negativ aufgefallen. Es sei eine richtig gute Nachricht, dass dieses Gebäude abgerissen wird.

(RP)