Duisburg: Abgespeckter Messeauftritt

Duisburg: Abgespeckter Messeauftritt

Auch die Wirtschaftsförderung muss sparen: Mit einem inhaltlich, personell und finanziell stark abgespeckten Programm ist Duisburg von 16. bis 19. März auf der Gewerbeimmobilienmesse MIPIM in Cannes vertreten.

Die internationale Immobilienbranche gibt sich jedes Jahr im März an der Côte d'Azur ein Stelldichein. Duisburg ist seit vielen Jahren dabei und sorgte dort schon oftmals für Furore. Im Mittelpunkt steht dieses Mal der Bau des Landesarchivs im Innenhafen, für das im April der erste Spatenstich erfolgen soll. Der Duisburger Büromarktbericht, die Duisburger Freiheit und das geplante Hotel neben der MSV-Arena werden ebenfalls eine Rolle spielen. Traditionelle Duisburger Einrichtungen auf der Messe sind das "Marktfrühstück" in der Brasserie Forville, malerisch gelegen direkt gegenüber den Markthallen in Cannes, und das abschließende Boule-Turnier in Théoule-sur-mer, das sich bei allen Teilnehmern zu einem beliebten Abschluss-Event gemausert hat.

In diesem Jahr steht der von der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung (GFW) organisierte Messeauftritt ganz im Zeichen der städtischen Sparbemühungen. "Wie andere Einrichtungen auch, muss auch die Wirtschaftsförderung ihren Beitrag zur Haushaltskonsolidierung leisten", gibt GFW-Chef Ralf Meurer unumwunden zu. Die generelle Finanzierung der GFW als PPP-Modell steht nicht in Frage, wohl aber der Zuschuss der Stadt. Davon geht der Löwenanteil in die Messauftritt bei der MIPIM im März in Cannes und bei der Expo Real im Oktober in München. "Der Zuschuss ist uns um 30 000 Euro gekürzt worden. Es bleiben uns nun noch 1500 Euro übrig – und das lässt sich auch nicht durch Sponsorengelder kompensieren", so der GFW-Chef. Sich auf das "Marktfrühstück" und das Boule-Turnier zu beschränken, geht allerdings nicht: Die Franzosen erwarten, dass teilnehmende Städten auch Flächen im Palais des Festivals belegen. Duisburg nimmt gemeinsam mit Dortmund, Essen und Bochum am Gemeinschaftsstand der Metropole Ruhr teil. "Die anderen Städte haben ähnliche finanzielle Pläne. Ein ähnlicher Messeauftritt ist daher wohl im nächsten Jahr nicht mehr machbar", so Meurer. Es müsse dann neue Konstellationen oder größere Verbünde geben. Auf den Auftritt ganz zu verzichten, zieht die Wirtschaftsförderung aber nicht in Betracht. Aus Kostengründen ist die GFW in Cannes mit einem zweiköpfigen Team (GFW-Chef Meurer, Pressesprecherin Annegret Angerhausen-Reuter) vertreten. Auch die städtische Delegation ist mit Oberbürgermeister Adolf Sauerland, den Dezernenten Jürgen Dressler und Dr. Ralf Oehmke, Chef der Innenstadt-Entwicklungsgesellschaft, deutlich verkleinert worden. Nicht einmal Martin Linne, Leiter des Amtes für Stadtentwicklung, ist in diesem Jahr dabei.

(RP)