A59-Sperrung in Duisburg: Und wieder mal steht die Stadt still - Ein Erfahrungsbericht

A59-Sperrung in Duisburg: Und wieder mal steht die Stadt still

Am Montag ging einmal mehr nichts auf den Straßen in Duisburg. Erst die Sperrung der A59-Brücke. Dann die Sperrungen wegen einer Bombenentschärfung. Ein Erfahrungsbericht unserer Redakteurin.

Am Montag ging einmal mehr nichts auf den Straßen in Duisburg. Erst die Sperrung der A59-Brücke. Dann die Sperrungen wegen einer Bombenentschärfung. Ein Erfahrungsbericht.

Eines der überlieferten Gesetze im Ruhrpott lautet: "A40 - nur, wenne Zeit hast!" Dieser Ausspruch könnte an manchen Tagen auch heißen: "Duisburg - nur, wenne Zeit hast!" Normalerweise geht es so zu auf den Straßen in der Grenzstadt zwischen Niederrhein und Ruhrgebiet. Normalerweise kennt der Pendler die zwei, drei neuralgischen Stellen. Normalerweise kann er sich auf volle Straßen und Staus einstellen. So ist es wohl einfach in und zwischen den Großstädten an Rhein und Ruhr.

Duisburg hat in seinem Straßennetz allerdings ein paar kritische Stellen. Wenn hier was ist, bricht zumindest gefühlt alles drumherum zusammen. Es ist ein bisschen so, als würde aus einem Ökosystem ein Insekt verschwinden und mit ihm allmählich und nach und nach alle anderen Lebewesen. Die marode Rheinbrücke Neuenkamp auf der A40 ist so ein Punkt. Und offenbar auch die Berliner Brücke auf der A59 zwischen Ruhrort und dem Kreuz Duisburg. Duisburg hat viele Pendler, viele Autofahrer, viel Lkw-Verkehr, hat den großen Binnenhafen und ist das Tor vom Niederrhein zum Ruhrgebiet andersrum.

Zunächst noch große Zuversicht

Die ersten Meter im Auto verbringe ich trotzdem noch zuversichtlich. Der vorherige Verkehrscheck bei einer bekannten Suchmaschine schürt die Hoffnung, dass es soooo schlimm nicht wird.

Ja, die Berliner Brücke auf der A59 ist in Richtung Dinslaken gesperrt, weil da ein Laster drunter gebrannt und Stahlseile stark beschädigt hat. Ja, auch die A40 ist abends gesperrt, weil da in der Nähe eine Bombe entschärft werden muss. Deshalb suchen sich jetzt alle, die da lang wollen, einen anderen Weg durch die Stadt. Und ja, genau in dieser Stadt gibt es gefühlt an allen Ecken und Enden Baustellen auf den Straßen. Aber von unserer Duisburger Redaktion auf der Königstraße bis zum Kaiserberg ist es nicht weit. Außerdem ist der Weg von der A59-Sperrung nicht betroffen. Andere Richtung. Sollte gehen. Hab ich gedacht.

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Landfermannstraße, den Hauptbahnhof rechts liegen lassen, geradeaus auf die Mülheimer Straße - das dauert normalerweise keine zwei Minuten. Wenn man Pech hat, steht man an der roten Ampel. Am Montag steht man allerdings nur. Richtung Westen, Richtung Osten, gegenüber und quer. Bevor ich die erste Kreuzung geschafft habe, sind zehn Minuten vergangen. Dass es demnächst schneller gehen könnte, ist nicht in Sicht. Einfach Stillstand.

Drei Kilometer Stop and Go

Die Mülheimer Straße hat meistens zwei Spuren. Erst überholen die anderen einen im Schritttempo. Dann überholt die andere Spur. Wie viele Autofahrer laut ihrem Nummernschild von woanders kommen: Recklinghausen, Mülheim - klar, Wesel - auch nicht überraschend, Borken, Essen, Essen, Essen, Bottrop. Die Bewegungen bleiben für die kommenden 45 Minuten immer die gleichen. Kuppeln, erster Gang, anfahren, rollen lassen, Leerlauf, wieder kuppeln. Drei Kilometer lang.

Blick auf die Straßenbahnhaltestelle. Pendler warten auf ihre Straßenbahn. Die ist zwar schon in Sichtweite, hängt aber auch im dichten Verkehr fest und kann weder vor noch zurück. Wer die Duisburger Buslinien nimmt, dem dürfte es kaum anders gehen. Das U-Bahn-Netz in Duisburg ist einigermaßen rudimentär. Sind die Straßen verstopft, stehen Busse und Straßenbahnen mit im Stau.

Wer aus dem Süden von Duisburg in den Norden muss, den trifft die kaputte Berliner Brücke besonders hart. Die Auswirkungen sind aber auch bis in die Nachbarstädte zu spüren. Autofahrer suchen sich Alternativen zur A59 - je nach Umweg vielleicht auch durch Mülheim und Oberhausen. Die Ausfahrten der A40 waren am Montag auch merklich voller als sonst, teilweise staute sich die Schlange bis zur Autobahn zurück.

Die Ausnahmesituation Bombenentschärfung ist zum Glück meistens schnell erledigt, die Sperrungen schon am nächsten Tag wieder vergessen. Das Problem der Berliner Brücke dürfte aber noch einige Tage dauern. Vielleicht auch länger. Hoffentlich kann sich das Ökosystem Straßennetz mit Autofahrern fix anpassen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: A59-Brücke in Duisburg durch Brand beschädigt

(see)
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