A59: Autobahn wird bei Duisburg sechsspurig

Autobahnausbau : A59 bei Duisburg wird sechsspurig

Das Bundesverkehrsministerium hat den sechsspurigen Ausbau der A59 in Hochlage beschlossen. Es hat sich damit gegen die Tunnellösung entschieden, auf die viele Duisburger gehofft hatten

Die A59 wird zwischen dem Autobahnkreuz Duisburg und der Anschlussstelle Duisburg-Marxloh in Hochlage auf sechs Spuren ausgebaut. Das teilte der Landesbetrieb Straßen.NRW am Mittwoch mit. Die Straßenbauer beziehen sich dabei auf eine aktuelle Entscheidung des Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI), das „nach intensiven Untersuchungen und einem aufwändigen Entscheidungsprozess“ zu dieser Entscheidung gekommen sei. Die von diversen Duisburger Akteuren angestrebte Tunnellösung für die künftige Autobahnführung ist damit wohl erstmal vom Tisch.

Die Entscheidung des BMVI basiert auf detaillierten Untersuchungen durch den Landesbetrieb Straßenbau Nordrhein-Westfalen. Auf Basis der vom BMVI vorgegebenen Kriterien hatte Straßen.NRW im vergangenen Jahr zunächst 16 Streckenvarianten und 20 Ausbauvarianten der Knotenpunkte untersucht. Anschließend wurden die Voraussetzungen für eine Tunnelvariante und eine Hochstraßenvariante geprüft. In diesen Prozess wurden unter anderem KO-Kriterien einbezogen. Dazu gehörten zum Beispiel erhebliche Eingriffe in die Bebauung und besondere Randbedingungen wie die Führung der U-Bahn-Trasse. Untersuchungen zu Machbarkeit und Umweltverträglichkeit führten schließlich zu zwei möglichen Varianten Tunnel (C1T) und Hochstraße (C1H).

Bei beiden Varianten würde der überwiegende Teil der Anlieger (99 Prozent der Anlieger) vom Lärm entlastet. Die Belastung sinkt demnach um drei Dezibel.

Ausschlaggebend für die Entscheidung des Bundes zu Gunsten der Hochlage sind laut Straßen.NRW mehrere Gründe:

  • Die Bauzeit für eine Hochstraße ist mit sechseinhalb Jahren deutlich kürzer, als eine Tunnelbauzeit von zwölf Jahren.
  • In dieser Zeit müssten die Anschlussstellen Ruhrort und Meiderich für sechs Jahre gesperrt und der Verkehr innerstädtisch geführt werden. Der Bau in Hochlage ist ohne dauerhafte Sperrungen zu realisieren.
  • Eine Hochstraße kostet 500 Millionen Euro weniger als die Tunnelvariante (1,6 Mrd. Euro).
  • Für den Bau einer Hochstraße müssen weniger Gebäude abgerissen werden als für den Tunnel.