A40 Rheinbrücke in Duisburg soll die größte Schrägseilbrücke Deutschlands werden

Neubau der A40-Rheinbrücke: In Duisburg soll die größte Schrägseilbrücke Deutschlands entstehen

Ab Mittwoch liegen die Planfeststellungsunterlagen für den Neubau der A40-Rheinbrücke öffentlich aus. Nach den aktuellen Entwürfen soll in Duisburg bis 2026 die größte Schrägseilbrücke Deutschlands entstehen.

Das Planungsverfahren für den Neubau der A40-Rheinbrücke in Neuenkamp geht in die entscheidende Phase. Am Dienstag hat die bundesweit tätige Projektmanagementgesellschaft Deges, die die Verantwortung für die Realisierung des Brückenneubaus übernommen hat, weitere Details zum Bauvorhaben und zum Planungsverfahren bekanntgegeben.

Demnach rechnet man bei der Deges offenbar nicht mit Klagen gegen das Projekt. "Wir haben den Eindruck, dass die Duisburger diese Brücke wollen", sagt Karl-Heinz Aukschun, bei der Deges verantwortlicher Abteilungsleiter für den Brücken-Bau. "Die größten Problemstellen sind bekannt. Mit den betroffenen Anwohnern auf der Essenberger Seite sind wir in guten Gesprächen. Ich bin zuversichtlich, dass wir da bald zu Einigungen kommen."

Auch etwaigen Probleme mit Umweltverbänden habe man bereits vorgebeugt. Und für die Belange der Anwohner in Neuenkamp habe man ebenso Lösungen gefunden. Die Planungen sehen die Verlegung des Brückenbauwerks um einige Meter nach Norden vor. "Die Gärten in Neuenkamp werden so nicht mehr von der Baumaßnahme betroffen sein", sagt Aukschun. "Wir weichen stattdessen ein Stück weit auf das Logport-Gelände aus." Entsprechende Kaufverträge würden in Kürze unterzeichnet.

Baustart möglicherweise schon 2019

Auch in Sachen Baubeginn gibt es Neuigkeiten. Baustart könnte entgegen bisherigem Kenntnisstand im Idealfall schon Ende 2019 sein. Bislang war vom Frühjahr 2020 die Rede gewesen. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass Planungs- und Vergabeverfahren reibungslos über die Bühne gehen.

Ab Mittwoch liegen die Planfeststellungsunterlagen im Stadthaus und im Bezirksamt Homberg öffentlich aus. Damit beginnt für die Bürger eine zweimonatige Frist, innerhalb der die Einbringung von Einwendungen möglich ist. Nach Ende der Einwendungsfrist werden die Unterlagen der Deges zunächst zur Prüfung vorgelegt. Wenn die Zahl der Hinweise überschaubar bleibt und die Bezirksregierung als Bauträger Grünes Licht gibt, könnte noch in diesem Jahr ein Erörterungstermin anberaumt werden.

Deges rechnet nicht mit Klagen

Mit der Veröffentlichung des Planfeststellungsbeschlusses durch die Bezirksregierung rechnet die Deges im Frühjahr 2019. Danach besteht einen Monat lang die Möglichkeit, Klage einzureichen. "Wie gesagt, wir rechnen nicht damit", erläutert Aukschun. "Doch wenn es Klagen geben sollte, würden sie direkt vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig verhandelt. Und das würde das Projekt erfahrungsgemäß um etwa ein Jahr verzögern." Wenn diese Frist ohne Beschwerden verstreicht, wird das Projekt europaweit ausgeschrieben. Die geschätzten Kosten liegen bei 340 Millionen Euro.

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Die vorgestellten Pläne sehen weiterhin zwei Bauphasen vor. In der ersten Bauphase von 2019 bis 2023 sollen zunächst der südliche Teil der neuen Brücke sowie die Fahrbahnen in Richtung Dortmund gebaut werden. Während dieser Zeit läuft der Verkehr über vier Spuren über das alte Bauwerk.

Ist die erste Hälfte der Brücke fertig, soll in der zweiten Phase (bis 2026) die alte Brücke abgerissen werden. Parallel dazu ist geplant, den nördlichen Teil der neuen Brücke und die Fahrbahnen in Richtung Venlo zu errichten. Dabei wird der Verkehr sechsspurig über die bereits fertiggestellte Hälfte der Brücke geleitet.

802 Meter lang und 80 Meter hoch

Die neue Doppelbrücke wird exakt 802 Meter lang und über 80 Meter hoch sein. Architektonisches Highlight: Die Entfernung der Brückenpylone voneinander beträgt rund 380 Meter. Damit wird der Neubau zur größten Schrägseilbrücke Deutschlands.

Die jetzige Rheinbrücke wurde im Jahr 1970 freigegeben und war ursprünglich für eine Belastung von rund 30.000 Autos ausgelegt. Fünf Jahrzehnte später muss sie weg, unter anderem, weil die Belastung durch mehr als 100.000 Fahrzeuge die Stahlkonstruktion nachhaltig beschädigt hat. Das neue Bauwerk soll mehr als 150.000 Fahrzeuge pro Tag verkraften können.

(th)