A40-Rheinbrücke bei Duisburg: So funktioniert die Lkw-Waage

A40-Rheinbrücke bei Duisburg: Waage soll tausende Lkw stoppen

A40-Rheinbrücke bei Duisburg: So funktioniert die Lkw-Waage

Der Landesdienst Straßen.NRW hat zum Schutz der maroden Rheinbrücke in Duisburg-Neuenkamp eine Lkw-Waage in Betrieb genommen. Den Zustand der Brücke beurteilen die Verantwortlichen als „kritisch“.

Ab sofort gibt es für überschwere Lkw vor der Rheinbrücke Neuenkamp kein Durchkommen mehr. Seit Freitagmorgen verhindert eine Lkw-Waage, dass Fahrzeuge mit einem Gesamtgewicht von über 40 Tonnen oder einer Achslast von über 11,5 Tonnen die Brücke in Fahrtrichtung Essen passieren können.

Hintergrund ist der schlechte Zustand der in die Jahre gekommenen Brückenkonstruktion. „Es ist mittlerweile so weit, dass nur eine Überfahrt eines überschweren Lkw das Bauwerk so weit schädigen könnte, dass es unpassierbar wird“, sagt Joachim van Webber, Leiter der Autobahnniederlassung Krefeld von Straßen.NRW. „Die Brücke ist in einem kritischen Zustand. Mittlerweile sind tägliche Schweißarbeiten notwendig, um die Brücke befahrbar zu halten.“ Die Installation der Wiegeanlage sei unumgänglich gewesen. „Nur so können wir sicherstellen, dass der Verkehr an dieser Stelle weiter über den Rhein fließen kann, bis der geplante Neubau der Rheinbrücke steht.“

Wie wichtig die Einrichtung der Wiegeanlage ist, verdeutlichen vorbereitende Messungen, die der Landesbetrieb in der letzten Oktoberwoche an der Brücke durchgeführt hat. Innerhalb von einer Woche passierten rund 1750 überschwere Lkw das Bauwerk. Das sind auf den Monat hochgerechnet rund 7000 unerlaubte Überquerungen. In Zukunft werden sich in allen diesen Fällen die Schranken der Anlage senken und der Verkehr wird zum Stehen kommen. „Das hört sich jetzt erst einmal viel an“, sagt Peter Belusa, der für die Wiegeanlage verantwortliche Projektleiter von Straßen NRW. „Die Erfahrungen aus Köln zeigen aber, dass sich die Scharfschaltung der Sperre unter den Lkw-Fahrern herumsprechen wird. Die Zahl der Überquerungsversuche sollte also mit der Zeit zurückgehen.“

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Das Gewicht der anfahrenden Lkw wird zunächst über eine in die Fahrbahn eingelassene Bodenwaage bestimmt. Aus diesem Grund gilt vor der Brücke auch eine Geschwindigkeitsbeschränkung von 40 km/h. Wird bei dieser Messung ein Verstoß festgestellt, senken sich automatisch die Schranken und der LKW wird auf einen Parkplatz vor der Brücke abgeleitet. Dort findet dann eine zweite Gewichtsmessung durch die Polizei statt, die gerichtsverwertbare Ergebnisse liefert. Die herausgewunkenen Lkw-Fahrer müssen sich in der Regel mit einer Ordnungswidrigkeiten-Anzeige auseinandersetzen. Die Höhe des Bußgelds reicht von 35 bis 425 Euro. Die Weiterfahrt wird grundsätzlich untersagt, bis die Fahrer entweder das Gesamtgewicht ihres Fahrzeugs oder die Achslast auf das erlaubte Niveau reduziert haben. Grund ist, dass die für die Brückenüberquerung festgelegten Grenzwerte dem Maximalgewicht für den Güterverkehr auf deutschen Straßen entsprechen.

Im Frühjahr 2019 soll in Fahrrichtung Venlo eine zweite Wiegeanlage in Betrieb gehen. Die Kosten für das Projekt beziffert Straßen NRW mit einer Summe von neun Millionen Euro für Aufbau und Wartung zuzüglich Personalkosten in Höhe von zwei bis drei Millionen Euro pro Anlage und Jahr.

Was den geplanten Brückenneubau in Duisburg angeht, rechnen die Verantwortlichen der mit der Planung des Neubaus betrauten Deutschen Einheit Fernstraßenplanungs- und -baugesellschaft (DEGES) damit, dass der erste Teil der neuen Rheinbrücke im Jahr 2024 fertiggestellt wird. Das Genehmigungsverfahren soll im kommenden Jahr abgeschlossen werden. Der Abschluss der gesamten Baumaßnahme ist schließlich für das Jahr 2026 vorgesehen.

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