Duisburg: A40-Brücke: weitere Baustelle geplant

Duisburg : A40-Brücke: weitere Baustelle geplant

Die Arbeiten an der A40-Rheinbrücke in Neuenkamp haben in den vergangenen Tagen wieder für lange Staus gesorgt. Die nächste Baumaßnahme soll im Februar folgen. Wann die Schrankenanlage kommt, ist noch unklar.

Der Riss in dem herausgeschnittenen Blech ist fast 30 Zentimeter lang. Wo vorher eine der Schrägstreben befestigt war, klafft nun ein üppiges Loch. Bevor an dieser Stelle ein Ersatzstück festgeschweißt werden kann, stehen erst Schleifarbeiten an. Funken fliegen durchs Innere der A 40-Rheinbrücke. "Wir haben sieben solcher Schadstellen entdeckt", sagt René Piehl, der Richtmeister des beauftragten Unternehmens Schachtbau Nordhausen Stahlbau. "Bis Sonntag wollen wir zwei davon beseitigt haben, die anderen folgen zeitnah."

Die neuerlichen Sanierungsarbeiten an der maroden Rheinquerung bei Neuenkamp haben zur Folge, dass in Fahrtrichtung Essen seit Mittwochabend, 22 Uhr, nur eine Spur statt zwei zur Verfügung steht. Der dritte Fahrstreifen ist bereits seit längerem gesperrt - und wird es bis zur geplanten Fertigstellung des ersten neuen Brückenbauwerks im Jahr 2023 auch bleiben.

Die Teilsperrung hatte auch gestern wieder heftige Auswirkungen auf den morgendlichen Berufsverkehr: Auf bis zu sieben Kilometer Länge staute sich die Blechlawine auf der A 40 bis hinters Kreuz Moers zurück. Wartezeiten von 45 bis 90 Minuten waren die Folge.

Die Arbeiten an diesem Abschnitt sollen spätestens bis Sonntagabend abgeschlossen sein, weil die Weihnachtsferien enden und ab Montagmorgen der Pendlerstrom von der linksrheinischen Seite wieder seine Alltagsausmaße annimmt.

Die aktuellen Arbeiten an der Brücke sollen aber nicht die letzten sein. Wie Straßen.NRW gegenüber unserer Redaktion ankündigte, stehen um die Karnevalstage weitere Arbeiten an. "Auch dann wird die Verkehrsführung wieder angepasst werden müssen", sagt Straßen.NRW-Sprecherin Ingrid Scholz. Wann es zum Aufbau der geplanten LKW-Schrankenanlage kommt, ist indes noch nicht klar. Im vergangenen Jahr hatte der Landesbetrieb für die ersten drei Monate des Jahres den Aufbau einer Wiegeanlage für LKW über 44 Tonnen angekündigt. "Was das angeht, befinden wir uns derzeit noch in der Konzeptionsphase", sagt Scholz.

Die Industrie- und Handelskammer machte gestern noch einmal deutlich, dass die Großbaustelle A40 zu einer wirtschaftlichen Belastung für die Stadt werden könnte. "Wir rechnen nach wie vor mit einem finanziellen Schaden von 1,2 Millionen Euro für jeden Tag, an dem die Brücke voll gesperrt werden muss", sagt IHK-Verkehrsexperte Ocke Hamann. "Außerdem werden wir abwarten müssen, wie sich der Verkehr entwickelt, wenn die Schrankenanlage erst einmal steht. Damit die LKW gewogen werden können, ist die Einführung einer Geschwindigkeitsbegrenzung auf 40 km/h erforderlich."

Die offizielle Umleitung verläuft für den Fernverkehr ab dem Kreuz Moers über die A 57 (Richtung Nijmegen), A 42 (Richtung Dortmund) und A 59 (Richtung Düsseldorf) bis zum Kreuz Duisburg. Dort geht es wieder zurück auf die A 40. Duisburger Bürger aus den südlicheren linksrheinischen Stadtteilen sollten über die "Brücke der Solidarität" ausweichen, um dem Stau zu entgehen. Für alle Essenberger, Hochheider und Alt-Homberger ist die Friedrich-Ebert-Brücke nach Ruhrort eine mögliche Alternative.

(jlu/th/RPN)
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