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A40-Brücke: Lkw an Lkw - soweit das Auge reicht

A40-Brücke Duisburg : Lkw an Lkw — soweit das Auge reicht

Es ist eingetreten, was viele befürchtet hatten, und es wurde sogar noch schlimmer: Hunderte Lkw haben bis zum Dienstagnachmittag die Umleitungs- und Verbotsschilder missachtet. Am Mittag war die A40-Rheinbrücke in Richtung Essen für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen gesperrt worden.

Sowohl der Fernverkehr, der Duisburg gar nicht zum Ziel hatte und eigentlich bereits am Autobahnkreuz Moers über die A57 und dann weiter über die parallel zur A40 verlaufende A42 in Richtung Osten fahren soll, als auch der Schwerlastverkehr mit Ziel Duisburg, der jetzt spätestens an der Anschlussstelle Rheinhausen abfahren muss, knubbelte sich kurz vor der Anschlussstelle Homberg.

Dort, an einer mit rot-weiß gestreiften Baken und Leitwänden künstlich errichteten Engstelle, standen Polizisten der Autobahnpolizei Düsseldorf in den Abgasen, fingen die verbotswidrig ankommenden Lkw ab und leiteten sie über die Anschlussstelle Homberg von der Autobahn. Unten an der Ampel wurden die Verkehrssünder dann von Duisburger Polizisten "in Empfang genommen" und nach ihrem Ziel befragt.

Lkw-Verbot auf der A40-Brücke in Duisburg

Lkw-Fahrer ignorieren Umleitungsschilder

Den Fernverkehr — viele Lkw-Fahrer gaben offen zu, dass sie die Umleitungsschilder zwar gesehen hätten, ihnen der Umweg über die A57 und A 42 aber zu weit sei, der Fahrer eines Reisebusses behauptete steif und fest, da hätten keine Schilder gestanden — schickten die Polizisten umgehend zurück auf die A40 in Richtung Moers, wo sie sich doch bitte an die ausgeschilderte Umleitung halten sollten.

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Der Schwerverkehr mit Ziel Duisburg rollte derweil rechts herum in Richtung Rheinhausen. Was zur Folge hatte, dass die dortigen Hauptverkehrsachsen schon nach wenigen Minuten verstopft waren. Ganz extrem war es an der Stünning-Kreuzung, an der der Lkw-Verkehr, der an der Anschlussstelle Homberg abgeleitet worden war, auf all jene Laster traf, die über die Anschlussstelle Rheinhausen, den Zubringer und die Moerser Straße kamen. Hier ging bereits um 13 Uhr nicht mehr viel.

Im weiteren Verlauf quälten sich die Brummis über die Moerser oder die für sie eigentlich gesperrte Friedrich-Ebert-Straße und dann weiter über die Schwarzenberger und die Margarethenstraße, um irgendwie zu Logport I und III beziehungsweise über die Brücke der Solidarität in die Innenstadt zu gelangen. Da half es auch nicht viel, dass die Stadt Duisburg im Vorfeld die Ampelphasen verändert und für eine grüne Welle für den Straßenverkehr gesorgt hatte.

Stau auf der A40

Auf der A40 selbst sah es nicht viel anders aus: Die zwangsabgeleiteten Lkw blockierten schon nach wenigen Minuten die komplette Abfahrt der Anschlussstelle Homberg; es staute sich kilometerweit zurück. Weiter in Richtung Moers standen die Lkw nach einer Stunde schon zweispurig.

Dennoch: Wolfgang Töpfer, Leiter der Verkehrsdirektion des Polizeipräsidiums Düsseldorf, der sich die Situation am Dienstag vor Ort ansah, zeigte sich entspannt. "Ich glaube, dass sich das einspielen wird", sagte er. "Erfahrungsgemäß passiert es in der Anfangsphase, dass nicht alle Verkehrsteilnehmer realisiert haben, was los ist." Deshalb gebe es seitens der Polizei auch erst einmal nur verkehrsleitende Maßnahmen. "Aber später werden wir die Verstöße auch ahnden", so Töpfer.

Rund um die Uhr würden in den kommenden fünf Wochen, wenn unter der maroden Autobahnbrücke geschweißt wird, Polizisten vor der Anschlussstelle Homberg stehen und dann auch "Knöllchen" verteilen. "Und demnächst arbeiten wir auch mit Gewichtserfassung", kündigte Töpfer an. Fahrzeuge werden dann aufgrund ihres Gewichts geblitzt und Verstöße auf diese Weise geahndet.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Duisburg: Die Sperrung der A40-Brücke

(RP)