A 40-Rheinbrücke: NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst drückt aufs Tempo

Rheinbrücke : A 40: Regierungspräsidentin drückt aufs Tempo

Regierungspräsidentin Birgitta Radermacher und ihre Fachleute waren schnell: Der Planfeststellungsbeschluss für den Neubau der A 40-Brücke soll noch vor Weihnachten vorliegen. Ursprünglich war dies erst für 2019 geplant.

Seit der Landesbetrieb Straßen NRW die Lkw-Waage auf der A 40 in Homberg in Fahrtrichtung Essen in Betrieb genommen hat, knubbelt sich der Verkehr vor der Brücke. Das wird auch in den nächsten Jahren nicht anders sein, denn die neue Brücke wird in Gänze frühestens 2026 fertig. Eine entsprechende Waage in Neuenkamp für Lkw in Richtung Venlo soll im Frühjahr 2019 in Betrieb gehen, so dass ab dann auch dort mit Dauerstaus zu rechnen ist.

Im Grunde genommen müssen Autofahrer aber sogar noch froh sein, dass die Brücke überhaupt noch genutzt werden kann. „Sie ist in einem kritischen Zustand. Es sind tägliche Schweißarbeiten notwendig, um die Brücke befahrbar zu halten“, so Joachim van Webber, Leiter der Autobahnniederlassung Krefeld von Straßen NRW. Nur ein Lkw mit „Übergewicht“, also mehr als den erlaubten 40 Tonnen, könne schon dafür sorgen, dass die Brücke so schwer geschädigt wird, dass sie nicht mehr befahren werden darf.

Deshalb ist Eile geboten. Im Dezember 2017 hatte die ausführende Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (DEGES) die Antragsunterlagen an die Bezirksregierung zur Prüfung übergeben. Ursprünglich war erwartetet worden, dass die Prüfung im Laufe des Jahres 2019 beendet werden sollte. Dass es nun deutlich schneller geht, freut NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst: „Die A 40 ist die Lebensader im Ruhrgebiet. Alles, was schneller geht, ist eine gute Nachricht für alle Pendler“, heißt es in einer Mitteilung seines Ministeriums.

Die Planfeststellungsunterlagen waren im Frühjahr dieses Jahres vier Wochen öffentlich ausgelegt worden. Bürger, Verbände und Träger öffentlicher Belange hatten die Möglichkeit, Stellung zum Projekt zu nehmen. Bei einem Erörterungstermin in der Mercatorhalle konnten die Einwender ihre Anliegen mit der DEGES zu diskutieren. Dabei war es vor allem auch um die Breite des Radweges entlang der Brücke gegangen. Hierbei war es auch zu einer Meinungsverschiedenheit zwischen Duisburgs Oberbürgermeister Sören Link und Hendrik Wüst gekommen. Link hatte wie auch Politiker aus Moers einen breiteren Radweg gefordert. Wüst hatte erklärt, mit diesem Wunsch sei Link einfach zu spät gekommen. Die DEGES hatte die Auffassung vertreten, ein 2,75 Meter breiter Radweg reiche völlig aus.

Die Bezirksregierung muss nun auch darüber entscheiden. Der Planfeststellungsbeschluss, der nun vor Weihnachten vorliegen soll, wird für die Dauer von zwei Wochen öffentlich ausgelegt. Dann wird es spannend: Innerhalb dieser zwei Wochen und der folgenden zwei Wochen besteht eine Klagemöglichkeit. Bei Projekten dieser Größenordnung kommt es häufig zu Klagen. In einem solchen Fall kommt es darauf an, ob ein Gerichtsverfahren aufschiebende Wirkung hat und das weitere Vorgehen ausbremst. Sobald die Planfeststellung dann rechtskräftig ist, schreibt die DEGES die Umsetzung der Bauarbeiten öffentlich aus.

Die neue Rheinquerung besteht aus zwei einzelnen Bauten: Für jede Fahrtrichtung wird nämlich eine neue Brücke errichtet. Während die erste neue Brücke gebaut wird – geplant ist der Beginn für 2020 – läuft der Verkehr weiterhin über die alte Brücke. Auch während dieser Zeit wird die alte Brücke durch kontinuierliche Sanierungsarbeiten instand gehalten werden müssen. Nach Fertigstellung der neuen Brücke wird die alte abgerissen und an dieser Stelle dann die neue zweite Brücke gebaut.

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