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9-Euro-Ticket: Fahrgast in Duisburg wollte eine Woche zu früh reisen

Bußgeld nach Einzelfall : Mann in Duisburg nutzte Neun-Euro-Ticket eine Woche zu früh

Technische Probleme oder einen großen Ansturm auf das Angebot gab es in Duisburg nicht. 4000 Mal wurde das Ticket in der Stadt bislang verkauft – viel weniger als in Düsseldorf. Dafür wollte ein Fahrgast jetzt schon damit verreisen.

Der befürchtete Großandrang auf das Neun-Euro-Ticket für den Nahverkehr ist zumindest in Duisburg erst einmal ausgeblieben. Wie die Duisburger Verkehrsgesellschaft AG (DVG) auf Anfrage mitteilt, seien am Montag rund 4000 der Tickets verkauft worden. 3000 davon wurden demnach an Automaten und knapp 1000 über Kundencenter und externe Vertriebsstellen verkauft. Wie ein Sprecher der DVG sagt, sei es beim Verkauf bislang zu keinen technischen Problemen gekommen.

Anders sah das am Montag auf der Homepage der Deutschen Bahn aus. Dort wollten so viele Kunden das beliebte Neun-Euro-Ticket kaufen, dass zeitweise der Server ausfiel. In Wuppertal hatte es gar eine Technikpanne beim Ausdrucken gegeben. Vielerorts standen die Menschen Schlange vor den Kundencentern der Verkehrsbetriebe. Ganz so schlimm war es in Duisburg nicht. Zum Vergleich: Im nur unwesentlich größeren Düsseldorf wurden am ersten Tag gleich mehr als 40.000 der Tickets verkauft – zehn Mal so viele wie in Duisburg.

Das Neun-Euro-Ticket gilt ab dem 1. Juni und berechtigt bundesweit zur Fahrt mit allen Bussen und Bahnen im Nahverkehr. Offenbar sind die genauen Regeln aber noch nicht bei allen Fahrgästen angekommen: Am Montag erwischten Kontrolleure der DVG einen Fahrgast in der Bahn in Duisburg, der offenbar irrtümlich davon ausging, bereits jetzt schon mit dem Neun-Euro-Ticket fahren zu dürfen. Der Mann muss nun ein Bußgeld zahlen, so die DVG.

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Die Aktion gilt insgesamt drei Monate. Fahrgäste, die im Juni, Juli und August davon profitieren wollen, müssen insgesamt 27 Euro zahlen. Das Ticket gilt immer nur für den laufenden Monat und nicht etwa für vier Wochen. Fernzüge wie ICE, IC oder EC können allerdings nicht benutzt werden. Kunden, die derzeit ohnehin ein Monatsabo bei der DVG haben, müssen übrigens nichts tun. Ihnen wird in den Sommermonaten nur neun Euro für ihren aktuellen Tarif abgebucht. Das Monatsticket zählt dann als Neun-Euro-Ticket. Das gilt auch für das Schokoticket oder das Semesterticket. Bei letzterem entscheiden jedoch die Universitäten, wie die Erstattung im Detail funktioniert. Bei der DVG kann man das Neun-Euro-Ticket online, im Kundencenter und an den Vorverkaufsstellen kaufen.

Das Neun-Euro-Ticket ist Teil des Entlastungspaketes der Bundesregierung und eine Reaktion auf die stark gestiegenen Sprit- und Energiepreise im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine. Es soll Familien entlasten, aber auch einen Anreiz für Autofahrer bieten, auf den öffentlichen Nahverkehr umzusteigen. Der Bund will dafür mehr als 2,5 Milliarden Euro bereitstellen.

Gerade aus Duisburg lohnt es sich übrigens, das Angebot zu nutzen. Für neun Euro sind damit Direktverbindungen in die Städte Düsseldorf, Köln, Bonn, Essen, Oberhausen, Bochum, Dortmund oder Aachen möglich. Sollten die Fahrgasten-Zahlen durch das Ticket stark ansteigen, will die DVG „situativ“ auf die Lage reagieren.

Weitere Informationen zum Neun-Euro-Ticket und zu den jeweiligen Bestimmungen bestehender Abos gibt es auf der Internetseite der DVG unter www.dvg-duisburg.de/9euroticket.

Verkehrsinformationen zu Bus und Bahn gibt es im Internet unter www.dvg-duisburg.de oder bei der Service-Hotline unter der Rufnummer 0203 6044555.

(atrie)