6-Seen-Wedau soll attraktives Wohnen auch für Düsseldorfer bieten

Hohe Grundstückspreise im Duisburger Süden : Attraktiv wohnen – auch für Düsseldorfer

Mit 3000 Wohneinheiten auf 90 Hektar Fläche – das entspricht 126 Fußballfeldern – gilt das Projekt 6-Seen-Wedau als eines der größten Wohnbauprojekte in ganz NRW. Die Stadt will dabei ganz bewusst auch Düsseldorfer nach Duisburg locken.

Gut und gleichzeitig günstig wohnen: In Duisburg geht so etwas noch, glaubt man den stets wiederholten Aussagen von Oberbürgermeister Sören Link. Damit das so bleibt, soll versucht werden, Grundstücks- und Mietpreise bei den Neubauprojekten im Duisburger Süden nicht ins Uferlose steigen zu lassen. Kein leichtes Unterfangen. Es ist schlicht der Markt, der hier die Preise in die Höhe treibt. Gebag-Chef Bernd Wortmeyer berichtete jetzt bei der Bilanzpressekonferenz seines Unternehmens von Quadratmeterpreisen von 650 bis 700 Euro für das Gelände am Alten Angerbach. Wer hier also 500 Quadratmeter erwirbt, legt schon mal rund 350.000 Euro auf den Tisch des Hauses, und da sind Grunderwerbssteuer, Notar- und Grundbuchkosten noch nicht einmal enthalten. Das gewünschte Haus kommt dann noch obendrauf.

Angesichts dessen, was sich ein Normalverdiener in Duisburg leisten kann, wird schnell klar, dass hier ein ganz bestimmtes Klientel angesprochen werden soll. Und das vermutet man, wohl nicht ganz zu Unrecht, auch und gerade in der Landeshauptstadt.

Bei rund 3000 Wohneinheiten auf dem 6-Seen-Wedau-Gelände gilt das erst recht. Immerhin: Es soll auch 300 öffentliche geförderte Wohnungen geben, versprcht Gebag-Chef Bernd Wortmeyer. Diese Sozialwohnungen seien von ihren Qualitätsstandards kaum von frei finanziertem Wohnraum zu unterscheiden.

„Der durchschnittliche Mietpreis bei solchen Wohnungen liegt bei 5,55 Euro pro Quadratmeter. Das ist mit ein Mittel, um eine Mietblase wie in Düsseldorf zu verhindern“, so Wortmeyer. Häuser oder Eigentumswohnungen auf den Neubaugebieten in Wedau werden aber wohl ein für Duisburger Verhältnisse eher hochpreisiges Niveau erhalten. Bereits 2020 soll hier mit ersten Bauarbeiten begonnen werden, wenn sich die Gebag und die Bahn beim Grundstückskauf einig geworden sind.

Thomas Küppers kümmert sich um die Flächenentwicklung. Foto: Bettina Osswald

Um das neue Kerngeschäft Flächenentwicklung besser handhaben zu können, wurde wie berichtet eine eigene Flächenentwicklungsgesellschaft gegründet. Diesen Bereich leitet nun Thomas Küppers (52). Der Diplom-Verwaltungwirt hat ein zweites Studium der Stadtentwicklung und Immobilienwirtschaft an der RWTH Aachen absolviert und war zuletzt in Viersen als Fachbereichsleiter für Wirtschaftsförderung, Liegenschaften, Bodenordnung, Stadtmarketing und Citymanagement und Geschäftsführer einer kommunalen Flächenentwicklungsgesellschaft tätig. Thomas Küppers ist verheiratet und hat fünf Kinder. Die Entwicklung von Stadträumen für Menschen, Wohnen und Gewerbe sei seine Leidenschaft, so Küppers.

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