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Duisburg: 40 Jahre Hilfe für Schwache

Duisburg : 40 Jahre Hilfe für Schwache

Die Arbeit des Missionskreises St. Joseph ist vielfältig. Er unterstützte Projekte zur Rehabilitierung von Leprakranken, zum Bau von Häusern für ärmste Familien, zur Bekämpfung der Kinderarbeit und hilft blinden Menschen in Bangladesch. Jetzt feierte er sein 40-jähriges Bestehen.

Friemersheim Sie waren noch nie in Indien, in Brasilien oder im Sudan. Aber die Zustände in den Entwicklungsländern kennen Hermann Stegers, seine Frau Luise und Schwägerin Hiltrud Müller genau. Seit 40 Jahren kämpfen die drei zusammen mit gut einem Dutzend weiterer Mitglieder im Missionskreis Friemersheim der Gemeinde St. Joseph um mehr Würde für Kinder, Frauen und Behinderte. Zum 40-jährigen Bestehen des Kreises wurde die Arbeit der Ehrenamtlichen am Sonntag im Pfarrzentrum von St. Joseph gewürdigt.

Alles begann 1972

Angefangen hat alles 1972. "Eigentlich ging es nur darum, eine Missionszeitung sinnvoll zu steuern und an die Gemeindemitglieder zu verteilen", erinnert sich Luise Stegers. Losgetreten von einem holländischen Pfarrer, der in der Pfarrgemeinde zu Besuch war, wurde daraus ein Einsatz, wie er wohl selbstloser und beispielhafter nicht hätte werden können. Mit Kleider- und Spendensammlungen, Basaren, Stadtteil- und Gemeindefesten ermöglichte der Missionskreis vielen Menschen in Armutsländern ein Leben mit medizinischer Versorgung, sauberem Trinkwasser und Bildung.

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Da gibt es etwa die kleine Divya in Indien, die nicht hören kann und dadurch auch nicht sprechen. Zusammen mit der Andheri-Hilfe in Bonn sorgten die Stegers und der Missionskreis über Spenden für ein Hörgerät. Heute erhält das Mädchen Sprachunterricht und macht täglich Fortschritte. Hermann Stegers erfährt dies aus Briefen und Berichten der Helfer vor Ort.

"Medizinische Versorgung für Behinderte, das ist keine leichte Aufgabe — gerade in Indien", weiß der 85-Jährige. Gelten doch Behinderungen als Strafe Gottes in den betroffenen Familien. "Armut und Scham zwingen die Familien, diese Kinder immer im Schatten zu halten ohne Förderung und wenig Zuwendung", erklärt Stegers.

Rund 100 kleine und große Projekte hat der Missionskreis St. Joseph in Friemersheim gestemmt. 302 707 Euro kamen im Laufe der Jahrzehnte zusammen, und seit 2002 noch einmal 46 000 Euro allein für die Andheri-Hilfe in Bonn. "Eine Summe, bei der jeder Cent auch wirklich ankommt und hilft", betonte Elvira Greiner von der Hilfsorganisation bei der Jubiliäumsfeier.

Großes Lob vom Bürgermeister

Es gab tosenden Applaus für den Missionskreis. Und so hoffen alle Beteiligten, das Förderengagement aufrechterhalten zu können. "Denn es muss Menschen im Dienste hilfebedürftiger Menschen geben. Es ist das Fundament einer jeden gut funktionierenden Gesellschaft", appellierte Benno Lensdorf am Ende an den Nachwuchs der Gemeinde.

(sk)