Duisburg: 3,4 Millionen Euro für das Lernen der Nachbarsprache

Duisburg: 3,4 Millionen Euro für das Lernen der Nachbarsprache

Wat zeg je, wie bitte?" wird man demnächst häufiger hören, wenn sich Schüler und Lehrer aus dem deutsch-niederländischen Grenzgebiet treffen, um die Nachbarsprache besser kennenzulernen. Die Euregio Rhein-Waal fördert das vierjährige Schulprojekt der Universität Duisburg-Essen (UDE) und der Radboud Universiteit Nijmegen mit 3,4 Millionen Euro.

Die Sprache des Nachbarlandes soll durch gemeinsames Lernen besser verstanden und im Alltag angewendet werden. Zum Auftakt haben sich bereits drei grenznahe Schultandems gefunden. Weitere Schulpaarungen sollen sich noch finden. Ziel ist, den niederländischen Deutschunterricht und den deutschen Niederländischunterricht im Grenzraum lebendiger und praxisnäher zu gestalten.

Dazu arbeiten drei UDE-Institute eng zusammen: die Abteilung für Niederländische Sprache und Kultur (Jun.-Prof. Ute Boonen), das Institut für Deutsch als Zweitsprache/Deutsch als Fremdsprache DaZ/DaF (Prof. Heike Roll) und das Institut für Niederrheinische Kulturgeschichte und Regionalentwicklung InKuR (Prof. Ralf-Peter Fuchs). Die Idee ist, sich mit Gleichaltrigen in der Fremdsprache auszutauschen und so die Nachbarsprache als lebendige Sprache einzuüben. Konkret bedeutet dies, dass Lehrer die Partnerschule besuchen und dort den Unterricht auch mitgestalten können. Die Schüleraustausche können einmal wöchentlich, aber auch mehrtägig organisiert werden - so wie es am besten passt. Um den Unterricht lebendiger zu gestalten, sind auch "landestypische" Exkursionen geplant. Auf diesem Weg sollen die Schüler besser auf das Leben und Arbeiten in Europa vorbereitet werden. Durch das aktive Beherrschen der Nachbarsprache und das Umgehen mit der jeweils anderen Kultur sollen Hürden leichter überwunden, Vorurteile abgebaut und das europäische Zusammenwachsen gefördert werden.

Die Schulaustausche werden wissenschaftlich begleitet, um Mechanismen, Schwierigkeiten und Erfolgsmomente herauszuarbeiten. Außerdem werden Materialboxen für den Unterricht entwickelt, die im Anschluss online abgerufen werden können. Lehrkräfte, Schulleitungen und politische Vertreter werden zu Workshops eingeladen.

(RP)