Duisburg: 20 Stockwerke im Archivturm

Duisburg : 20 Stockwerke im Archivturm

Das 198-Millionen-Euro-Projekt des Landesarchivs am Innenhafen macht Fortschritte. Mitte 2013 soll der Bau fertig sein, erklärten gestern die Verantwortlichen des landeseigenen Bau- und Liegenschaftsbetriebes (BLB).

Der Turm des sich am Innenhafen im Bau befindlichen nordrhein-westfälischen Landesarchivs wirkt jetzt schon recht imposant. Die Präsentation der Baufortschritte fand gestern allerdings im BLB-Büro an der Friedrich-Wilhelm-Straße in der City statt. "Auf der Baustelle sind zurzeit etliche Bereiche nicht zugänglich. Mehr als 180 Beschäftigte arbeiten dort mit Hochdruck an der Fertigstellung", erläuterte Projektleiter Jürgen Brendzko.

BLB-Niederlassungsleiter Armin Lövenich sprach von einem "architektonisch ganz besonderen Gebäude", das nun seiner Fertigstellung entgegen geht. Er kündigte den Abschluss der Baumaßnahme für Mitte 2013 an. Im September 2010 wurde mit dem Bau begonnen.

Neues Wahrzeichen

Nach der Fertigstellung und der Übergabe an das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW im nächsten Jahr werden die Räume nach und nach bezogen und die bisher in Düsseldorf und Brühl untergebrachten umfangreichen Archivalien in "Hightech"-Regalen der neuen Duisburger Zentrale eingelagert.

Den Kern des imposanten Neubaus bildet die denkmalgeschützte Fassade des alten Getreidespeichers der Rheinisch-Westfälischen Speditionsgesellschaft. Der neue, weit sichtbare Archivturm wächst aus dem historischen alten Kern-Gebäude heraus und hat das Zeug, mit einer Höhe von 77 Metern zu einem neuen Wahrzeichen der Stadt zu werden. Allein über 500 Bohrpfähle stützen im Baugrund das 19 000 Tonnen schwere Hauptgebäude des Archivs (einschließlich der noch zu installierenden 148 Regalkilometer). Im Archivturm wird in 20 Stockwerken das Archivmaterial des Landes gelagert.

Auch in dem sich in 160 Meter Länge anschließenden wellenförmigen, fünfgeschossigen Verwaltungsbereich sind noch Lagermöglichkeiten vorgesehen. Dieses Gebäude basiert ebenfalls auf einer Stahlbetonplatte, die von 300 Bohrpfählen gestützt wird.

16 Grad

Die hochsensiblen Dokumente benötigen eine Raumtemperatur von permanent 16 Grad, die Luftfeuchtigkeit sollte konstant bei 50 Prozent liegen. Dafür sorgt die Lüftungs- und Klimatechnik, die unter dem Dach des Archivturms untergebracht sein wird. 2014 soll das Landesarchiv dann endgültig voll betriebsfähig sein. Ein Lesesaal mit 100 Plätzen steht dann der Öffentlichkeit zur Verfügung.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Fortschritte auf der Baustelle des Landesarchivs

(pol)