Duisburg 120 Werke von 83 Künstlern

Duisburg · Künstlergruppen halten manchmal nur ein paar Jahre, doch in der Stiftung Wilhelm-Lehmbruck-Museum ist jetzt schon die 15. Ausstellung der Interessengemeinschaft Duisburger Künstler unter dem Titel "Aktualität und Prozess" zu sehen. Etwa 120 Werke von nicht weniger als 83 Künstlern aus der Duisburger Region werden bis 20. September ausgestellt. 101 hatten sich der Jury gestellt. Ein eindrucksvoller Beweis für die nach wie vor kraftvolle Kunststadt. Die Namensliste reicht von Holger Albertini bis H. H. Zimmermann, von der 1923 geborenen Edith Oellers-Teubner bis zu Lea Bührer, Jahrgang 1985.

Botanische Elemente

Zum Jahr der Graphik 2009 setzt die Präsentation einen Akzent auf Arbeiten auf Papier. Zeichnungen und Entwürfe sowie Fotografien bilden den ersten Werk-Block der Ausstellung, der das Foyer des Wechselausstellungsraumes einnimmt. Die klassischen künstlerischen Gattungen der Malerei und Skulptur tragen ebenso zur Ausstellung bei.

Bei der Fotografie und Arbeiten mit neuen Medien lassen sich Einflüsse des Digitalen in ästhetischen und formalen Überlegungen erkennen. Wichtiger wird offenbar die Arbeit mit botanischen Elementen, was wohl auf eine veränderte Mentalität hinsichtlich Flora, Fauna und Umwelt zurück zu führen sein könnte.

"Es wird alles fragiler", erklärte Kuratorin Dr. Katharina B. Lepper gestern vor der Presse zu ihrer letzten Ausstellung vor ihrer Pensionierung. Zum Beispiel werde bei immer mehr Gemälden auf einen Rahmen verzichtet, sie reichten quasi in den unendlichen Raum hinein. Ein frappierendes anderes Beispiel sind die vier Rückenakte von der vor 50 Jahren in Duisburg geborenen Claudia Sper, die den Menschen als verletzliches, nicht reißfestes Wesen zeigen. In der Ausstellung sind viele Duisburger "Klassiker" vertreten wie Hildegard Bauschlicher, Rainer Bergmann (RABE), Sigrid Beuting, Chinmayo, Jochen Duckwitz, Annette Erkelenz, Elisabeth Höller, Britta Lauer, Josef Müller und Hans-Jürgen Vorsatz. Zu entdecken sind in der sehenswerten Sommer-Ausstellung aber auch interessante neue Gesichter wie die 1970 geborene Fotografin Susan Dominique Feind. Die ausgebildete Architektin hilft dem Betrachter beim bildlichen Suchen nach der "Ordnung in allem Übergebliebenem".

Einführung durch Katharina Lepper

Eröffnet wird die Ausstellung am heutigen Samstag, 1. August, um 15 Uhr mit einer Ansprache von Oberbürgermeister Adolf Sauerland und einer Einführung durch Katharina Lepper. Geöffnet ist die Schau dienstags bis samstags von 11 bis 17 Uhr, sonntags von 10 bis 18 Uhr, montags ist geschlossen.

(RP)