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Duisburg: 1000 Besucher im Rathaus

Duisburg : 1000 Besucher im Rathaus

Erstmals führte OB Link die Bürger beim "Tag der offenen Tür" durch seinen Amtssitz. Zu sehen gab es neben vielen Sälen und Räumen auch die Amtskette und das Goldene Buch.

Zum wiederholten Male fanden zahlreiche interessierte Bürger den Weg ins "offene" Rathaus. Am Ende hatten die netten und freundlichen Damen, die die Besucher am "Tag der Deutschen Einheit" empfingen und mit Informationsmaterial versorgten, weit mehr als 1000 Bürger in dem 1902 fertig gestellten historischen Gebäude am Burgplatz begrüßen dürfen.

Wer wollte, konnte das Rathaus auf eigene Faust erkunden oder aber an einer Führung teilnehmen, für die sich einige Duisburger Ratsherren als kompetente "Erklärer" zur Verfügung gestellt hatten. Aber damit nicht genug: Anlässlich des laufenden "Mercator-Jahres" veranstaltete Gästeführer Frank Switalla (in historischem Kostüm) zusätzlich eine spezielle Mercator-Führung, die das Wirken eines der größten Söhne der Stadt (der Kartograph lebte von 1552 bis zu seinem Tod 1594 in Duisburg) den Besuchern näher brachte.

Frank-Michael Rich war einer der "Rathaus-Führer", der "seine" Besuchergruppen mit erkennbarer Freude durch das Rathaus begleitete. Der Ratsherr der Duisburger Grünen erläuterte gleich zu Beginn, dass die "Explosion" geplanter Kosten für öffentliche Bauvorhaben nicht nur ein Problem der Neuzeit ist: Das von dem Karlsruher Architekten Friedrich Ratzel entworfene Rathaus überstieg mit 2,6 Millionen Goldmark bereits vor mehr als hundert Jahren die kalkulierten Kosten gleich um das Dreifache.

Im Mittelpunkt des Interesses stand der ehrwürdige und stilvolle Ratssaal. Allein sieben historische Gemälde schmücken den Sitzungssaal, in dem die politischen Weichenstellungen für die Stadt getroffen werden. Neben den Porträts von Reichskanzler Otto von Bismarck, den deutschen Kaisern Friedrich III. und Wilhelm I. sowie dem ehemaligen Oberbürgermeister Karl Lehr geben zwei große Historiengemälde Auskunft über besondere Ereignisse in der Duisburger Stadtgeschichte.

Eines der Gemälde zeigt den abgewehrten Angriff und die Flucht der Truppen des Kölner Erzbischofs Dietrich im Jahr 1445 an der "Verlörkesbrücke"; das andere Bild zeugt von den Gründungsfeierlichkeiten der ersten Duisburger Universität im Jahr 1655 in der Salvatorkirche.

Beeindruckt zeigten sich die Besucher von Duisburgs "guter Stube", dem repräsentativen Mercatorzimmer. Neben der goldenen Amtskette des Oberbürgermeisters stieß auch das dort ausliegende "Goldene Buch" der Stadt auf großes Interesse. Dort sind alle Ereignisse von besonderer historischer Bedeutung für die Stadt dokumentiert. Rathaus-Besucherin Brigitte Rau erntete viel Zustimmung, als sie sich während der Führung leidenschaftlich zu ihrer Heimatstadt bekannte. "Ich stehe voll zu Duisburg, ich liebe meine Stadt", äußerte sich Brigitte Rau spontan und schob nach: "Duisburg wird total unterschätzt."

Oberbürgermeister Sören Link, der selbst eine Jugendgruppe aus der russischen Partnerstadt Perm durch das Rathaus führte, freute sich nicht nur über die Aussage der bekennenden Duisburgerin; beeindruckt zeigte sich Duisburgs junger OB auch über das große Interesse vieler Bürger an "ihrem" Rathaus sowie über das Engagement der Mandatsträger, die die Besucher den ganzen Tag über durch das Rathaus führten.

(pol)