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Düsseldorf: Zwölf Jahre Haft für Vergewaltigungen?

Düsseldorf : Zwölf Jahre Haft für Vergewaltigungen?

Der Prozess gegen den 31-Jährigen läuft schon seit fast eineinhalb Jahren.

In einem der längsten Vergewaltigungsprozesse der Düsseldorfer Justizgeschichte hat die Staatsanwaltschaft jetzt beantragt, den Angeklagten zu elf Jahren und acht Monaten Haft zu verurteilen.

Dem 31-Jährigen wird seit Oktober 2012 beim Landgericht vorgeworfen, drei Frauen auf menschenverachtende Weise planvoll erniedrigt, teils mehrfach verprügelt und zusammengetreten und jede mindestens einmal vergewaltigt zu haben. Weil der Angeklagte alle Vorwürfe leugnet und über seine Anwälte eine Flut von Beweisanträgen vortragen ließ, kam die Staatsanwältin erst am 56. Prozesstag zu ihrem Schlussvortrag.

Der Angeklagte trat den Ermittlungen zufolge seit Anfang 2011 als früheres GSG-9-Mitglied auf oder als Polizeiausbilder. Er nutzte Frauenbekanntschaften laut Staatsanwältin dann aber stets dazu, die Partnerinnen brutal und sadistisch zu misshandeln.

"Ihm ging es nur darum, Frauen zu manipulieren, zu dominieren, auszunehmen", sagte die Staatsanwältin in ihrem Plädoyer. Der 31-Jährige habe gezielt die Existenz seiner Partnerinnen "wie ein Haus einreißen" — und sie dann nach eigenen Vorstellungen wieder aufbauen wollen.

Die Opfer des Mannes, die 24 bis 26 Jahre alt waren, seien durchweg "lebensbejahende Frauen" gewesen, hätten nun aber "lebenslang unter den Torturen des Angeklagten zu leiden". So habe er einer 25-jährigen Tänzerin aus Eifersucht gedroht, ihr die Sehnen im Knie durchzuschneiden, damit sie nie wieder tanzen könne. Als sie einmal eine Textnachricht ihres Vaters auf ihr Handy bekam, habe der Angeklagte sie ins Auto gezerrt und ihre Hand derart wuchtig auf den Schaltknüppel geschlagen, dass die Handknochen brachen.

Als der Mann einmal Besuch von einem Freund bekam, soll er die 25-Jährige im benachbarten Wohnzimmer — und in Hörweite des Besuchers — vergewaltigt haben. Einer anderen Freundin, die sich sogar seinen Vornamen auf den Arm tätowieren ließ, soll der Angeklagte dann später gedroht haben, ihr die Haut dort wegzuschneiden, weil sie "nicht würdig" sei, seinen Namen dort zu tragen. Auch diese Frau sowie eine dritte Bekannte habe er zudem mindestens einmal vergewaltigt — bis es den Opfern dann doch gelang, aus seinem Einflussbereich zu flüchten.

Heute wollen nun die Verteidiger des 31-Jährigen mit ihren Schlussplädoyers beginnen. Wann das Urteil gesprochen werden soll, ist noch ungewiss.

(wuk)