Düsseldorf: Zwei Polizistinnen führen jetzt die Ampel-Indianer an

Düsseldorf: Zwei Polizistinnen führen jetzt die Ampel-Indianer an

Sonja Martin und Janett Louis sind verantwortlich für die Puppenbühne, die Kindern die Gefahren des Straßenverkehrs erklärt.

Die liebevoll gebastelten Figuren der Polizeipuppenbühne sind zum Knuddeln: etwa Silly, eine Raupe mit rotem Haar, die für die zuschauenden Kinder die Party des Jahres vorbereitet. Oder der Schurke Borax: Er hat Ähnlichkeit mit einer Ananas und will den Ampel-Indianern die goldene Friedenspfeife stehlen. Der Star unter den Stab- und Klappmaulpuppen ist aber der tollpatschige, deshalb aber nicht minder selbstsichere Komma, Häuptling eines befreundeten Indianerstammes aus der Karibik, und dieses Jahr zu Besuch bei den Düsseldorfer Ampel-Indianern.

Sie alle sind Teil des aktuellen Programms mit dem Titel "Aufregung bei den Ampel-Indianern", das die Polizeipuppenbühne im Frühjahr rund 3200 Düsseldorfer Kindern unterschiedlicher Vorschuleinrichtungen in 30 Vorstellungen in der Heinrich-Heine-Grundschule vorstellen wird. Das Drehbuch und die Musik sind selbst geschrieben.

Erstmals wird die seit rund 30 Jahren existierende Puppenbühne der Polizei von einem rein weiblichen Team organisiert. Polizeioberkommissarin Sonja Martin (40) trat im vergangenen Jahr nach einer rund 20-jährigen Tätigkeit bei der Polizei in den Dienst der Puppenbühne, nun wird das Ensemble von ihrer Kollegin Janett Louis (44), ebenfalls Polizeioberkommissarin, verstärkt. Sie folgt ihren Kollegen Udo Hodenius, Jürgen Lemm und Wolfgang Närdemann nach, die die Bühne mehr als 25 Jahre betreuten und durch ein Verkehrssicherheitstraining Vorschulkinder für den Straßenverkehr in der Stadt sensibilisierten. Eine Präventionsarbeit, die messbar ist: Die Zahl der bei Verkehrsunfällen schwer verletzten Kinder ist in Düsseldorf seit Jahren rückläufig.

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"Ich trete in große Fußstapfen", sagt Louis, die seit 26 Jahren Polizistin ist und unter anderem in der Altstadtwache tätig war. Weil sie auch privat Kinder ehrenamtlich im Sportbereich unterstützt, ist sie die Arbeit mit ihnen gewohnt. "Kinder sind das ehrlichste Publikum der Welt", sagt Louis, die die Rückmeldungen der Kinder auch in die pädagogische Konzeption neuer Stücke der Verkehrserziehung einfließen lassen will. Besonders wichtig ist die Sensibilisierung für die Gefahren des Straßenverkehrs im Vorschulalter: Mit Beginn der Grundschule werden sie aktiver am Straßenverkehr teilnehmen als bisher. "Eine frühzeitige Ausbildung ist da besonders wichtig", erklärt Martin, selbst Mutter von zwei Kindern. In drei Schritten soll den Mädchen und Jungen ein richtiges Verhalten im Straßenverkehr beigebracht werden: Sie lernen in der Kita schon die Verkehrsregeln, das Theaterstück soll die Lehrinhalte vertiefen. Schließlich machen die Kinder bei einem Praxistraining auf der Straße den "Fußgängerführerschein".

Nun suchen die beiden Oberkommissarinnen noch eine Unterstützung der Puppenbühne aus dem Kreise ihrer Kollegen. "Das darf dann auch gerne wieder ein Mann sein", sagt Louis.

(RP)
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