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Polizei und Staatsanwaltschaft wollen Einzelheiten am Nachmittag bekanntgeben: Zwei Morde - ein Täter?

Polizei und Staatsanwaltschaft wollen Einzelheiten am Nachmittag bekanntgeben : Zwei Morde - ein Täter?

Düsseldorf (rpo). Die Ermittler der Mordkommission sind durch Zeugenaussagen dem Mann auf der Spur gekommen, der am 6. Januar die Prostituierte im Bordell Hinterm Bahndamm umgebracht haben könnte: Abuzer Karahan heißt der vermeintliche Täter. Der 21-jährige Türke wohnt in Düsseldorf und befindet sich auf der Flucht. Gegen ihn hat Staatsaanwalt Johannes Mocken Haftbefehl wegen Mordes erlassen. Die Ermittler schließen nicht aus, dass er sich in die Türkei abgesetzt hat. Heute suchten sie ihn bei den zahlreichen Familienmitgliedern, die in Düsseldorf wohnen.

Am Dienstag hatte es für die Ermittler eine Überraschung im Zusammenhang mit Abuzer Karahan gegeben: Das Landeskriminalamt hatte nämlich die DNA-Spuren des mutmaßlichen Mörders der Prostituierten untersucht. Und die waren mit den DNA-Spuren identisch, die die Ermittler in der Wohnung des Russland-Deutschen Willi Rempel gefunden hatten. Der 40-Jährige war zehn Tage später, am 16. Januar, umgebracht worden. Der zurückgezogen lebende Mann war in seiner Wohnung in Hamm gefunden worden. Laut Polizei ist es wahrscheinlich, dass Karahan auch diesen Mord begangen hat.

Laut Ermittler weist derzeit alles darauf hin, dass der Flüchtige die Morde begangen hat, um seine Opfer zu berauben. "In beiden Fällen fehlten Geld und andere wertvolle Gegenstände", berichtete Mocken. Aus diesem Grund warnte er auch eindringlich vor dem Mann. "Karahan ist bislang zwar noch nicht auffällig gewesen, doch wer zwei Morde begeht, der ist außerordentlich gefährlich", so der Staatsanwalt.

Auf die Spur Karahans waren die Ermittler durch Aussagen von Besuchern eines türkischen Kulturzentrums gekommen, die sich an das Foto auf dem Fahndungsplakat erinnerten. In der Begegnungsstätte der Türken hatte der Gesuchte vor einigen Tagen an einem Geldautomaten gespielt. Nach einiger Zeit war ihm das Geld ausgegangen, und er hatte sich von einem Gast zu einem Geldautomaten fahren lassen. Dort hob er von seinem Konto Geld ab. Weil der Zeuge sich noch genau an die Uhrzeit erinnern konnte, war es für die Ermittler leicht, herauszufinden, wer den Bankautomaten bedient hatte.

Die Staatsanwaltschaft hat 1500 Euro Belohnung für Hinweise ausgesetzt, die zur Ergreifung des Täters führen. Von privat wuurden im Fall des Prostituiertenmordes außerdem noch einmal 5000 Euro ausgelobt. Die Polizei hofft vor allem auf Hilfe aus der Bevölkerung, denn sowohl über Täter als auch über die Opfer ist nur wenig bekannt.

Von FALK JANNING