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Düsseldorf: Zwei Häuser für Medienhafen

Düsseldorf : Zwei Häuser für Medienhafen

Der internationale Architekt Renzo Piano gibt dem geplanten Gebäude am Südende des Medienhafens zwei Gesichter: Zur viel befahrenen Hafenerschließung Holzstraße hat es eine gerade, durchgehende Front hinter einer gläsernen Lärm- und Sonnenschutzwand.

Zum Becken des Handelshafens dagegen ist der Baukörper aufgebrochen und in sieben spitzwinklige Flügel aufgeteilt. "Beim Entwurf hatte Renzo Piano die Idee von einer auseinanderdriftenden Eisscholle", erläutert Marc Büllesbach, Projektmanager Capricorn Development, die Pläne des casa stupenda genannten Bürohauses. Sie wurden gestern im Planungsausschuss vorgestellt und vom Vorsitzenden Alexander Fils (CDU) gelobt.

Kopfstück

Das Gebäude ist zusammen mit der ebenfalls von Capricorn geplanten Manufaktur mit einer Werkstatt zur Entwicklung von High-Tech-Motorkomponenten das südliche Kopfstück des Medienhafens. Die Straßenachse zwischen Kai- und Holzstraße mit der ebenfalls geplanten Straßenbahnlinie wird damit kenntlich und schließt die Bebauung des Medienhafens nach Süden hin ab, ohne allerdings Media-Tower, Killepitsch-Fabrik und Capricornhaus hinter der Holzstraße abzuriegeln. Dafür sorgen Durchgänge und vom Architekten genau kalkulierte Sichtschneisen zwischen den Hausflügeln von der Holzstraße aus zu Kai- und Speditionstraße.

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Zum Hafenbecken hin wirkt das von Piano entworfene Gebäude nicht wie ein Riegel, sondern die unterschiedlich tiefen und bis zu sechs Geschossen hohen Gebäudeteile bilden einen aufgelockerten Hintergrund, der ein Kontrast zu den eher strengen Formen des Medienhafens ist, erklärt Büllesbach. Dadurch werde auch der große Platz an der geplanten Straßenbahnlinie lebendiger. Die Zugänge des insgesamt 180 Meter langen Gebäudes über einer Tiefgarage liegen an der glatten Front zur Holzstraße hin und werden durch die durchgehende Glaswand geschützt. "Baubeginn wird wahrscheinlich Mitte 2010 sein", sagte Büllesbach.

Bereits in diesem Jahr ist der erste Spatenstich für die benachbarte Manufaktur für Motorkomponenten von Capricorn Automotive geplant. Damit kehrt das Technik-Unternehmen, das vor Jahren nach Mönchengladbach umgezogen war, wieder nach Düsseldorf zurück. Der auf die Automobilbranche Architekt Günther Henn (er hat beispielsweise die gläserne VW-Fabrik in Dresden gebaut) hat das Gebäude entworfen, das optisch aus zwei Teilen besteht. Auf einer Art Sockel mit einer metallischen, durchsichtigen Front, in dem die Werkstätten untergebracht sind, sitzen zurückgesetzt Bürogeschosse mit gläsernen, geschwungenen Fassaden. Vor dem etwa 210 Meter langen Gebäude am Ende der Kesselstraße wird die Gleisschleife der neuen Straßenbahn liegen.

Parkplätze

Verhandelt wird noch über die Zahl der Stellplätze in Tiefgaragen, erläuterte Planungsdezernent Gregor Bonin im Ausschuss. 400 müssen unter der casa stupenda gebaut werden, über 300 davon will die Stadt verfügen, um die Parkraumnot zu mildern. Ob sie dort oder unter der benachbarten Manufaktur gebaut werden, ist noch offen.

(RP)