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Düsseldorf: Zwei Frauen begleiten das Bauernpaar

Düsseldorf : Zwei Frauen begleiten das Bauernpaar

Erstmals in ihrer Geschichte zieht die Tonnengarde mit zwei Adjutantinnen durch die Säle. Die Zwillinge Viola und Jasmin Lichteveld stehen an der Seite von Thea Ungermann und Hilmar Fries.

Das Tonnenbaueernpaar Thea Ungermann und Hilmar Fries haben es bei ihren Besuchen immer dabei: das "Notfallkörbchen". Egal, ob die Beiden ein Desinfektionsmittel nach vielem Händeschütteln brauchen, Hautcreme, Traubenzucker oder einen Müsli-Riegel zur Stärkung. Ja sogar ein Büchlein als Gedächtnisstütze gehört dazu — falls sie die Namen ihrer Gastgeber nicht parat haben sollten. Diese Fürsorge haben die bäuerlichen Repräsentanten ihren Adjutantinnen zu verdanken.

Erstmals in der Geschichte der gediegenen Garde umsorgen zwei Frauen das Oberbauernpaar: die Zwillinge Viola und Jasmin Lichteveld. Die beiden 26-jährigen, in Düsseldorf geborenen Niederländerinnen sind enge Freundinnen von Bäuerin Thea. "Unsere Eltern Jan und Micky haben einen Marktstand auf dem Carlsplatz und liefen schon viele Jahre die Blumen für die Brauerei Schumacher", sagt Viola, und Jasmin ergänzt: "Wir sind auf dem Markt aufgewachsen und kennen Thea seit Kindertagen. Einst haben wir zusammen gespielt, heute feiern wir gemeinsam." Klar, dass auch der Karneval einen festen Platz im Terminkalender des Trios hat. "Es macht uns beispielsweise viel Spaß, in gleichen Kostümen als Drillinge bei den Fernsehsitzungen mitzumachen."

Nun setzen die Zwillinge ihrer Freundschaft die Krone auf, indem sie Thea in ihrer Rolle als Tonnenbäuerin unterstützend unter die Arme greifen. Wie es dazu kam, ist schnell erzählt. Als Thea im Herbst beim Schlachtfest der Tonnengarde zur Tonnenbäuerin ernannt wurde, nahm sie ihre Freundinnen in den Blick und sagte: "Ich werde Bäuerin und ihr meine Adjutantinnen." Das wurde dann besiegelt und auch Tonnenbauer Hilmar Fries in die Betreuung einbezogen. Hatte dieser sich doch bei der Kürung gewünscht: "Lasst Frauen um mich sein." Auch das Kindertonnenbauernpaar, Ben Seidensticker und Lynn Hinrichs, wird von den Mädels behütet, wenn es eine helfende Hand braucht.

Für die Rundumbetreuung der jecken Familie opfern die Adjutantinnen viel Freizeit. Denn beide haben einen Beruf: Viola ist Sozialpädagogin und arbeitet in einer integrativen Kita der Lebenshilfe, Jasmin hat eine Ausbildung als Erziehungspflegerin absolviert und macht gerade ihren Bachelor in Heilpädagogik. Und an den Wochenenden helfen die beiden ihren Eltern beim Blumenverkauf. "Vater und Mutter haben uns freigegeben", sagen sie strahlend. Gut sei, dass die Termine abends und an den Wochenenden sind. Von den etwa 80 Auftritten, die sie in dieser Session begleiten, haben sie nun fast alle bewältigt. "Die schönste Sitzung war die Tonnenbauernkürung, die langweiligste eine Herrensitzung", erinnern sie sich.

Bei ihren Auftritten sind Viola und Jasmin, die sich wie ein Ei dem anderen gleichen, kaum zu unterscheiden. Sie tragen nämlich die Tracht der Bäuerinnen plus festlichem Dirndl. Und wie alle haben sie "Klompe" (Holzschuhe) an den Füßen. Der kleine Unterschied: eine Tulpe, die auf das Holz gemalt wurde. "Eine Hommage an unsere Heimat, den Niederlanden. Vielleicht werden wir sie auch Ostern wieder tragen, wenn wir Tulpen am Stand unserer Eltern verkaufen."

Bleiben die Beiden nicht nur ihren Klompe, sondern auch der Tonnengarde treu? "Wir hoffen, dass sie dabeibleiben, sie strahlen so viel gute Laune aus", sagt Pressesprecher Hans-Peter Suchand. "Als Anerkennung für ihren Einsatz sollte die Tonnengarde sie als Mitglieder aufnehmen."

(RP)