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Düsseldorf: Zukunft von Haus Kolvenbach ungewiss

Düsseldorf : Zukunft von Haus Kolvenbach ungewiss

Acht Miet-Interessenten vermeldete die Stadt im Mai für das Traditionslokal im Südpark. Davon sollen nur noch zwei übrig sein.

Im Mai schien es, als komme bald wieder Leben in Haus Kolvenbach, das seit 2011 ungenutzt ist. Das Amt für Gebäudemanagement hatte die Vermietung der städtischen Immobilie ausgeschrieben. Gesucht wurde ein Betreiber, der ein "tragfähiges Konzept" für die Nutzung vorlegt. Inzwischen habe die Verwaltung die Unterlagen gesichtet und erste Gespräche geführt, sagte jetzt Amtsleiterin Doreen Kerler. Informationen der RP, die Zahl der in Frage kommenden Pächter sei auf zwei geschrumpft, wollte sie nicht bestätigen, aber: "Es sind nicht alle acht übrig geblieben."

Auch auf weitere Fragen antwortete die Amtsleiterin mit Hinweis auf "das laufende Verfahren" nicht oder ausweichend. Eine Nutzung sei bei der Ausschreibung nicht vorgegeben gewesen, "Gastronomie aber ein Schwerpunkt". Welche Sanierungsarbeiten an der Immobilie nötig sind, hänge von der künftigen Nutzung ab. Ob sich der künftige Mieter an den Kosten beteiligen werde, sei Verhandlungssache.

Um die Anmietung des Gebäudes hatte sich auch die Elterninitiative "Kindergruppe 10" im Südpark beworben. "Wir würden dort gerne Betreuungsplätze für Unter-Dreijährige schaffen", sagte Vorstandsmitglied Carola Schuberth. Die nämlich kann die seit 1970 bestehende Kita an ihrem jetzigen Standort Prof.-Dessauer-Weg 10 aus Platzgründen nicht anbieten. Haus Kolvenbach erschien dem Verein besonders geeignet, "weil es mitten im Südpark liegt und durch seine grüne, weite und kinderfreundliche Umgebung der ideale Standort für unseren Bewegungskindergarten ist".

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Ende Mai teilte das Jugendamt der Initiative mit, dass daraus wohl nichts wird. Am Standort Haus Kolvenbach gebe es mittelfristig keine gesicherte Nachfrage nach Betreuungsplätzen. Zudem seien in der Nachbarschaft neue Kitas in der Planung.

Den Grünen in der Bezirksvertretung 3 schien das Konzept der Initiative dagegen schlüssig. In einer Anfrage an die Verwaltung wollen sie nun wissen, warum der Antrag abgelehnt worden sei. Der Bedarf an U3-Plätzen sei da, und die Kita habe belegt, dass sie die Renovierungsarbeiten durch Eigenarbeit der Eltern leisten könne, sagte Christine Ewert "Dann muss man nur klären, wer die Materialkosten übernimmt." Die Grünen-Politikerin beklagte, dass es "ganz schwer ist, bei der Verwaltung an Informationen zum Haus Kolvenbach zu kommen". Diese Erfahrungen hat auch die SPD in der BV3 gemacht. "Jetzt hat man uns wenigsten für die Sitzung am 30. September einen Sachstandsbericht in Aussicht gestellt", berichtete Susanne Garn.

Ob das Fachamt dann einen Abschluss des Verfahrens vermelden kann, ist zu bezweifeln. "Dann müsste ich jetzt einen unterschriftsreifen Vertrag vor mir liegen haben", sagte Doreen Kerler in dieser Woche. Auf die Frage, ob denn nach dem Ausscheiden von sechs Bewerbern die Elterninitiative wieder im Spiel sei, hieß es: "Keine Aussage."

(RP)