Industrie : Zukunft des Vallourec-Werks in Reisholz ist unklar

Industrie : Zukunft des Vallourec-Werks in Reisholz ist unklar

Das Unternehmen wollte das Werk im Düsseldorfer Süden eigentlich bis zum Sommer verkaufen. Dieser Plan liegt nun auf Eis, denn wegen hoher chinesischer Schutzzölle sank der Absatzmarkt für die in Reisholz hergestellten Rohre. Der Betriebsrat kämpft für ein Fortführungskonzept.

Angesichts der schwierigen Marktsituation durch chinesische Schutzzölle hat der Stahlrohrhersteller Vallourec die Pläne für einen Verkauf seines Reisholzer Werks auf Eis gelegt. Die Gesamtsituation beeinträchtige die Absatzplanung für das Werk erheblich, erklärte das Unternehmen auf Anfrage unserer Redaktion. „Infolgedessen wurde die Anfang 2019 begonnene Suche nach einem Partner zur Übernahme des Werkes eingestellt.“

Das chinesische Handelsministerium habe die Einfuhrzölle auf Kesselrohre massiv erhöht, erklärte das Unternehmen. Zudem sei im chinesischen Markt – dem wichtigsten Absatzmarkt für die Rohre aus Reisholz – ein Trend zur Förderung lokaler Hersteller zu erkennen, hieß es.

Wie es mit dem Werk nun weitergeht und ob es sogar geschlossen werden könnte, ist unklar. Rund 300 Mitarbeiter sind dort im Moment noch beschäftigt, die Zahl war bereits reduziert worden. Das Unternehmen erklärte, man befinde sich aktuell „in einem laufenden Prozess der Bewertung verschiedener industrieller und sozialer Szenarien“. Das bedeute konkret, dass man die Auswirkungen auf das Werk unter verschiedenen Produktionsauslastungen analysiere.

Der Betriebsrat des Werkes hat inzwischen bereits gehandelt und eigenständig ein Fortführungskonzept in Auftrag gegeben, das die neue Auftragslage berücksichtigt. Dieses wurde auch dem Management vorgelegt. „Uns ist klar, dass das massive Einschnitte und auch einen Abbau von Stellen bedeuten könnte“, sagt der Betriebsratsvorsitzende des Werks, Ayhan Üstün. „Das wäre ein harter Schritt, aber wir wären bereit, diesen Weg zu gehen, um das Werk zu erhalten.“ In einigen Bereichen habe man bereits Kurzarbeit einsetzen müssen.

Vallourec hatte erst im März angekündigt, einen Käufer für das Werk im Düsseldorfer Süden finden zu wollen. Damals hatte man gehofft, den Prozess bis Mitte des Jahres zum Abschluss zu bringen.