Düsseldorf: Zukunft der Kaufhof-Immobilie ungewiss

Düsseldorf : Zukunft der Kaufhof-Immobilie ungewiss

Die Filiale an der Berliner Allee wird zum Jahresende geschlossen. Der Ausverkauf läuft auf Hochtouren. Doch noch immer ist nicht bekannt, was aus der Immobilie wird. Zudem sorgt sich die Gewerkschaft ver.di um 43 Mitarbeiter.

Das Aus für den Kaufhof an der Berliner Allee rückt sichtbar näher. Inziwschen sind die Schaufenster komplett mit orangefarbenen "Ausverkauf"-Hinweisen zugeklebt. Am 31. Dezember soll der Kaufhof schließen. Doch noch immer ist nicht bekannt, was mit der Immobilie geschehen soll, die für die Graf-Adolf-Straße und die Umgebung in der südlichen Innenstadt als wichtigster Frequenzbringer gilt. Zudem sorgt sich die Gewerkschaft ver.di um 43 Mitarbeiter, die noch ohne Perspektive seien.

Wer das Kaufhaus in diesen Tagen betritt, mag kaum glauben, dass der Betrieb noch zweieinhalb Monate weitergehen soll. Fast an jedem Artikel hängt ein Rabattschild, Taschen gibt es teilweise 70 Prozent billiger, Socken und Kleidung ebenso, beim Schmuck sind die Nachlässe mit zehn Prozent etwas geringer.

Einige Abteilungen wirken zeitweise menschenleer, in der Lebensmittelabteilung sind einige Regale fast leergefegt. Dem Unternehmen zufolge läuft alles nach Plan: "Mit dem Totalausverkauf sind wir bisher zufrieden", sagt ein Sprecher auf Anfrage. Eine frühere Schließung sei nicht angedacht.

Eigentümer des Gebäudes ist eine Kölner Verwaltungsgesellschaft. Diese hatte als Nachfolger für den Kaufhof zunächst ein großes Outdoor-Kaufhaus (Arbeitstitel: "The Rock") angedacht, die Pläne dann aber verworfen. Anschließend spielte die Stadt mit dem Gedanken, man könne an dieser Stelle die Zentralbibliothek unterbringen - konkreter wurde die Idee jedoch nicht.

Nun warten die Nachbarn gespannt darauf, was mit den 16 000 Quadratmetern Fläche passieren wird, die für viele Anwohner auch die Nahversorgung garantiert haben. "Ich habe hier immer alles bekommen - vor allem Lebensmittel, aber auch Kleidung und Sachen für den Haushalt", sagt eine ältere Kundin. "Für mich ist das ein echter Verlust." Bei der Interessen- und Standortgemeinschaft (ISG) Graf-Adolf-Straße beobachtet man die Entwicklung mit Sorge.

"Wir hoffen sehr, dass die Immobilie wieder genutzt wird", sagt ISG-Vorstandsmitglied Stefan Jürging - denn das Kaufhaus ziehe viele Leute in die Umgebung. Er sei überzeugt davon, dass die Graf-Adolf-Straße als Lage noch immer funktioniere - "obwohl man sie im Vergleich zum Kö-Bogen sicherlich als B-Lage bezeichnen muss." Als Geschäftsführer des Savoy-Theaters weiß Jürging zudem, dass viele, die dorthin kommen, das große Kaufhof-Parkhaus nutzen.

Das Kaufhaus hat an dieser Stelle eine lange Tradition. Zunächst war es eine Horten-Filiale, seit 1997 ein Kaufhof. Doch in der näheren Umgebung hat die Warenhaus-Kette zwei weitere Häuser in besseren Lagen, an der Königsallee und an der Schadowstraße. Zudem hat sich das Umfeld an der Ecke Berliner Allee/Graf-Adolf-Straße mit den Jahren verändert - aus Sicht der Kaufhof-Geschäftsführung nicht zum Vorteil. Man sah deshalb keine wirtschaftliche Perspektive mehr für das Haus.

Die Gewerkschaft ver.di will sich nun vor allem für die 43 Mitarbeiter einsetzen, die noch ohne neue Stelle sind. "Es kann nicht sein, dass in einem so großen Unternehmen langjährige und verdiente Mitarbeiter auf der Strecke bleiben sollen", sagt Gewerkschaftssekretärin Sabine Hilgenberg. "Darunter sind viele Leute, die seit Jahrzehnten bei Kaufhof arbeiten, teilweise schon ihre Ausbildung dort gemacht haben." In dieser Woche will ver.di in den anderen Filialen in Düsseldorf mit Flugblättern die Beschäftigten über die Lage ihrer Kollegen informieren.

Das Unternehmen betont unterdessen, man investiere viel Mühe in die Suche nach Perspektiven für die Betroffenen. "Wir haben die vergangenen 15 Monate, seit die Schließung verkündet wurde, als Chance begriffen, für die betroffenen Mitarbeiter gemeinsam mit den Arbeitnehmervertretern eine Perspektive und gute Lösungen zu entwickeln", sagt ein Unternehmenssprecher. Man versuche nun, noch bis Ende des Jahres eine gute Lösung für möglichst alle Mitarbeiter zu finden.

(RP)
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