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Bombenentschärfung in Düsseldorf-Mörsenbroich: Zünder per Fernsteuerung entfernt

Bombenentschärfung in Düsseldorf-Mörsenbroich : Zünder per Fernsteuerung entfernt

In Düsseldorf-Mörsenbroich ist eine Zehn-Zentner-Bombe auf dem ehemaligen Gelände der Reitzensteinkaserne entschärft worden. Mehr als 4000 Anwohner mussten ihre Häuser verlassen, Straßensperrungen waren eingerichtet.

Die Entschärfung der Bombe lief problemlos. Der Zünder wurde per Fernsteuerung gezündet und nicht wie üblich mit der Hand rausgedreht. Während der Entschärfung saßen die Experten des Kampfmittelräumdienstes in einem Gebäude rund 100 Meter von der Bombe entfernt.

Die Bombe lag laut Kampfmittelräumdienst in vier Meter Tiefe. Um die Sonne vor der intensiven Sonneneinstrahlung zu schützen, wurde etwa 30 zentimeter Erde auf der Bombe gelassen. "Wenn die Bombe zu heiß wird, hätte es eine Reaktion geben können", erklärte Feuerwerker Jost Leisten. "Doch Probleme hat das nicht gegeben."

Für den Kampfmittelräumdienst und mehr als 200 Kräften von Feuerwehr, Polizei, Ordnungsamt und Hilfsorganisationen war es vor allen Dingen ein heißer Tag. In einem Radius von 500 Metern um den Fundort mussten mehr als 4000 Menschen ihre Wohnungen verlassen. Bis 12.30 Uhr musste die Evakuierung vonstatten sein. Dann wurden auch die Straßensperrungen in der Sicherheitszone eins errichtet. Im Radius von 1000 Metern, in dem mehr als 16.000 Menschen leben, wurden die Straßensperren um 13 Uhr errichtet. Denn für 14 Uhr war die Entschärfung angesetzt.

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Fünf Minuten verzögerte sich die Entschärfung dann doch: In der Sicherheitszone B (Radius von 1000 Metern) entdeckte der städtische Ordungs- und Servicedienst noch Menschen, die sich im Freien aufhielten. Aus Sicherheitsgründe sollten die Bewohner der zweiten Sicherheitszone jedoch in ihren Häusern mit geschlossenen Fenstern und Türen bleiben.

Rund 300 Bürger hatten bis zu Mittag bei dem Gefahrentelefon der Stadt angerufen. Sie beschäftigten Fragen wie "Wann kann ich zurück in meine Wohnung?" oder "Können meine Haustiere zuhause bleiben?".

Während der Entschärfung nutzten rund 30 Anwohner die städtische Betreuungsstelle, die in der Realschule an der Schlüterstraße eingerichtet war. Bei der letzten Entschärfung hielten sich in der Betreuungsstelle lediglich zwei Personen auf. Weil die Bombe eine doppelt so hohe Sprengkraft hat, wie der letzte Blindgänger auf der ehemaligen Reitzensteinkaserne, mussten mehr Anwohner evakuiert und auch die Sicherheitszone vergrößert werden.

Am Vormittag wurde das DRK-Altenheim evakuiert

Am Dienstag ging im DRK-Altenheim an der Ludwig-Beck-Straße in Düsseltal nicht alles seinen gewohnten Gang. Wie an anderen Tagen fand auch heute für die 87 Bewohner des Pflegezentrums das Frühstück von 7.30 Uhr bis 9.30 Uhr statt. Dann jedoch begannen die ersten Krankentransporte für die 19 bettlägerigen Bewohner, die ins DRK-Pflegeheim in Reisholz gebracht wurden. "Dort bekommen sie eine ganzheitliche Betreuung", sagte Einrichtungsleiterin Juliane Bücking.

Die übrigen 68 Bewohner wurden mit einem Bus ins DRK-Zentrum nach Gerresheim gebracht. "Das ist das erste Mal, dass wir für eine Evakuierung unser Haus verlassen müssen", sagte Ulrike Ackermann von der Geschäftsleitung. "Bei der letzten Entschärfung mussten wir nur Fenster und Türen geschlossen halten." Die Anwohner waren ein bisschen aufgeregt, freuten sich aber auch auf den Ausflug nach Gerresheim.

Kindertagesstätte bleibt geschlossen

Direkt neben dem Pflegezentrum befindet sich die Kindertagesstätte Düsselfüchse. Um den Kleinen das Hin und Her zu ersparen, blieb diese heute geschlossen. Von der Evakuierung betroffen waren auch die Heinrich-Heine-Gesamtschule an der Graf-Recke-Straße, die St. Franziskus-Schule an der Herchenbachstraße und die Lycée francais de Düsseldorf-Schule an der Graf-Recke-Straße, die Kirche Jesu Christi am Mörsenbroicher Weg, die Tennisanlage an der Eugen-Richter-Straße, die Kleingartenanlage vor der Lenaustraße, Einzelhandel sowie Büros und Geschäfte.

Seit dem Morgen fuhren Fahrzeuge der Feuerwehr durch Mörsenbroich und Düsseltal und warnten: "In Ihrem Gebiet wird am Mittag eine Bombe entschärft."

Auf dem Gelände der ehemaligen Reitzensteinkaserne entstehen 1000 neue Wohnungen. Bereits Ende Mai wurde hier eine Fünf-Zentner-Bombe gefunden und erfolgreich entschärft.

(ila)